«Betriebsruhe»: Weleda macht Werke tageweise dicht

Die Naturprodukte-Firma will 400 Angestellte in der Schweiz und 800 in Deutschland phasenweise in die Ferien schicken.

3.10.2022
image
Nichts für Discounter: Imagefilm für Weleda-Babyöl   |   youtube.com/user/weleda
Die Arlesheimer Naturkosmetik-Firma Weleda spürt den Spardruck. Insbesondere in den inflationsgebeutelten Hauptmärkten Deutschland und Frankreich sind die Umsätze schwer rückläufig; zugleich steigen die Beschaffungs- und Energiekosten.
Deshalb hat die Unternehmensleitung beschlossen, die Betriebe in Arlesheim sowie in Schwäbisch Gmünd phasenweise zu schliessen.
«Konkret ruht der Betrieb am Standort Arlesheim zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an jedem Freitag im November und im Dezember – und so insgesamt an 12 Tagen», erklärte Firmensprecher Christoph Möldner gegenüber dem Fernsehen SRF. «Wir müssen Kosten einsparen. Eine Massnahme dafür ist das Instrument der Betriebsruhe.»
Die Aktion betrifft rund 400 Angestellte in der Schweiz und 800 Beschäftigte in Deutschland. Insgesamt weist Weleda rund 2'200 Vollzeitstellen auf.
  • Zum Thema: Umsatz bei Weleda unverändert – skeptischer Ausblick. Der Hersteller von Naturkosmetik und Heilmitteln erzielte 2021 weniger Gewinn als in Vorjahr.
Eine Woche zuvor hatte Weleda bereits in einem Aktionärsbrief eine Warnung ausgesprochen. Man spüre ein neues Konsumverhalten im Bereich nachhaltiger Produkte. «Die Bio-Fachmärkte und Topmarken wie Weleda haben deutliche Umsatzrückgänge, während die billigeren Eigenmarken im Handel entsprechende Umsatzzuwächse verzeichnen», so das Schreiben, über das «Schweizeraktien.net» berichtete.

Gewinn unsicher

Und so erwartet Weleda fürs laufende Jahr 40 Millionen Euro weniger Umsatz in der Naturkosmetik als geplant. Zum Vergleich: 2021 setzte Weleda im Bereich Naturkosmetik 343 Millionen Euro um, im Bereich Arzneimittel wurden 82 Millionen Euro erzielt.
In der Arzneimittelsparte sollten sich die Umsätze 2022 wie geplant entwickeln, so der Aktionärsbrief weiter. Allerdings erwartet die Geschäftsleitung hier ein negatives Ergebnis.
Und insgesamt werde es 2022 «möglicherweise nicht gelingen», einen Gewinn zu erzielen.
Im Vorjahr 2021 hatte die Ebit-Marge von Weleda eher magere 3,1 Prozent betragen, der Reingewinn erreichte 6,8 Millionen Franken.
  • industrie
  • kosmetik
  • konjunktur
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Ramseier Suisse konnte Verkaufsmenge steigern

Der Umsatz des Getränkeproduzenten stieg letztes Jahr um 4 Prozent. Ein grosses Thema für 2024: weniger Zucker.

image

Barry Callebaut streicht etwa 2500 Stellen

In den nächsten Monaten will der neue CEO Peter Feld entschlossen für weniger Doppelspurigkeiten und mehr Standardisierung sorgen.

image

Ricola Schweiz: Daniela Ruoss folgt auf Toni Humbel

Die neue Geschäftsführerin kommt von Mars zum Kräuterbonbon-Spezialisten.

image

Calida: Ein Drittel des Umsatzes aus dem Online-Handel

Der Bekleidungs- und Outdoor-Möbel-Hersteller verbuchte letztes Jahr ein leichtes Minus bei den Verkäufen.

image

Heimelektronik-Markt: Durststrecke bis 2025

Die Umsätze sollten auch dieses Jahr fallen, erwartet GfK. Besonders flau ist das B2B-Geschäft mit technischen Konsumgütern.

image

Nestlé: Preiserhöhungen sind auch nicht die Lösung

Der Nahrungsmittelkonzern steigerte den Umsatz im letzten Jahr um gut 7 Prozent.