Nur eine von drei Firmen würde Löhne veröffentlichen

Am ehesten sind Grosskonzerne bereit zur Lohntransparenz – sowie auf der anderen Seite die Mikrofirmen.

30.05.2022
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null von: Claudio Schwarz on Unsplash
  • industrie
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Soll man die Gehälter im Betrieb allgemein zugänglich machen? Lohntransparenz ist zwar ein beliebtes Schlagwort, aber die Schweizer Unternehmen sind skeptisch: Nur ein knappes Drittel der befragten Firmen wäre bereit, die Löhne ihrer Angestellten zu veröffentlichen.
Dies besagt eine Umfrage der Online-Stellenfirma Jobcloud (Jobs.ch, Jobscout24.ch, Jobup.ch) und des Marktforschungsinstituts Link unter 700 Rekrutierungs-Verantwortlichen. Eine entsprechende Bereitschaft zur Transparenz zeigen am ehesten noch die Grossunternehmen – und dann am anderen Ende die kleinsten Firmen.
«Für grosse Unternehmen ist es wohl einfacher, weil sie strukturierte Lohnprozesse haben, etwa in Form von definierten Lohnbändern», sagt der CEO von JobCloud, Davide Villa.
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Grafik: © JobCloud
Es geht dabei natürlich um die Frage, ob die Löhne – wie in manchen Ländern längst üblich – in den Stelleninseraten genannt werden können und sollen. Ein Problem ist dabei offenbar, dass viele Unternehmen auch im Inneren keine Lohntransparenz haben (dies war bei der Jobcloud-Umfrage für 60 Prozent der Befragten ein Argument dagegen, die Gehälter öffentlich zu machen).
In der Erhebung gaben zudem drei Viertel an, dass im Unternehmen eine Du-Kultur gepflegt wird. Und schliesslich drehte sich eine Frage ums «Employer Branding», also um die gezielte Markenbildung als Arbeitgeber. Dazu besagte knapp die Hälfte der befragten Personalverantwortlichen, dass Employer Branding für die Rekrutierung «wichtig» oder «sehr wichtig» sei; mit steigender Unternehmensgrösse erhöhte sich dieser Wert.
Im Gegensatz dazu messen 19 Prozent der Befragten der eigenen Arbeitgeber-Marke keinen oder kaum einen Stellenwert bei.

Job-Boom – aber ohne Retail- und Food-Branche

Die Beschäftigung in der Schweiz ist im ersten Quartal 2022 deutlich gestiegen: Der Wert lag um 2,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das heisst: Es kamen 126'000 Stellen hinzu.
Auf der anderen Seite gab es 114'000 offene Stellen – 43'000 Stück mehr als als im ersten Quartal 2021. Dies besagen neue Daten des Bundesamts für Statistik (BfS).
Bemerkenswert dabei: Der Handel ist bei diesem anhaltenden Job-Boom nicht oder kaum dabei. Beim Grosshandel stieg die Zahl der Beschäftigten von 226'000 auf 230'000, also ein sehr bescheidener Zuwachs. Beim Detailhandel sank der Wert von 306'000 auf 304'000.
Auch die konsumnahe Industrie erwies sich kaum als Booster der Beschäftigung: mit der «Herstellung von Nahrungsmitteln und Tabakerzeugnissen» (so die BfS-Definition) waren 90'000 Stellen beschäftigt – nach 89'000 im Vorjahr. Im Bereich «Textilien und Bekleidung» sank die Zahl von 15'000 auf 14'000.

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