«Pflanzenmilch» ist keine vollwertige Alternative zu Milch, sagt der Bund

Pflanzlicher Milchersatz weist laut einer neuen Studie weniger Vitaminen, Spurelementen und Nährwert auf als Milch und sei somit kein gleichwertiger Ersatz.

2.10.2023
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Im Frühling 2023 lancierte Hafermilch von Coop | Bild: PD Coop
Produkte aus Pflanzen, die Milch aus tierischer Quelle ersetzen sollen, haben «nicht den gleichen Nährwert wie Milch» und stellen «somit keinen gleichwertigen Ersatz für Milch» dar. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie von Forschern des Instituts Agroscope, das vom Bund betrieben wird.
Agroscope hat dazu 27 pflanzenbasierte Drinks und zwei Vollmilchproben untersucht – nach dem Gehalt an den Hauptnährstoffen Protein, Fett und Kohlenhydrat sowie Fettsäuren und verschiedene Kohlenhydratformen.

Weniger Energie, weniger Mikronährstoffe

Resultat: «Insgesamt wiesen die meisten pflanzlichen Getränke eine geringere Energiedichte als Milch auf und enthielten im Allgemeinen einen geringeren Gehalt an allen Makronährstoffen.» Makronähstoffe sind Eiweisse, Fette und Kohlenhydrate.
Da Milchersatzprodukte weniger Eiweiss enthalten würden und dieses von geringerer Qualität sei, sei bei einer Reduktion oder einem Verzicht auf Kuhmilch dennoch «eine Anpassung der Gesamternährung» nötig, schreibt der Bund in einer Medienmitteilung zur Studie.
Auch Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wurden analysiert. Ein Ergebnis hier: «Um eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen sicherzustellen, die in der Milch reichlich vorhanden sind, ist eine Anreicherung der Pflanzendrinks notwendig.»

Unterschiede zwischen Ersatzgetränken

Bezüglich Mineralstoffen gibt es jedoch Unterschiede zwischen den Alternativgetränken: Reis-, Hafer-, Dinkel- und Kokosnussgetränke seien im Allgemeinen arm an Mineralstoffen, mit Ausnahme von Natrium und Chlorid – da die Produkte Kochsalz enthielten.
Getränke auf Soja-, Mandel- und Cashewbasis hingegen hätten sich als gute Quellen für Mineralstoffe und Spurenelemente erwiesen. Insbesondere Sojagetränke würden sich «als durchweg reichhaltige Quellen für die meisten Mineralstoffe und Spurenelemente» eignen.
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