Fabio Regazzi: Höhere Löhne sind okay – aber was tut der Staat gegen die Inflation?

Der Chef des Gewerbeverbandes möchte, dass der Bund dem Mittelstand besser unter die Arme greift.

12.08.2022
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Unternehmen sind nicht die Inflations-Feuerwehr: Fabio Regazzi, Unternehmer und Politiker  |  Bild: parl.ch
Er sei nicht gegen Gehaltserhöhungen im Herbst – aber die Frage müsse von Fall zu Fall angegangen werden: Dies die Stellungnahme von Fabio Regazzi zu den Lohnforderungen der Gewerkschaften.
Pauschale Erhöhungen um 3 oder gar 6 Prozent erachtet der Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes als falsch: «Es gibt Branchen, welche die Möglichkeit haben, eine umfassende Erhöhung anzubringen, und sie werden es auch zweifellos auf Basis der Sozialpartnerschaft tun», sagte Regazzi in einem Interview mit «24 heures» und der «Tribune de Genève». Doch auf der anderen Seite hätten gewisse Sektoren Schwierigkeiten – und damit auch nicht die Mittel, solche Löhnerhöhungen zu leisten.
«Ich denke dabei an Branchen, die während der Covid-Krise kaum etwas zur Seite legen konnten; oder die sich wegen des Kriegs in der Ukraine in einer unsicheren Lage befinden.»

Kein Vermögen, keine Subventionen

Der SGV-Präsident und Mitte-Nationalrat fordert dabei auch, dass das Problem der steigenden Lebenshaltungskosten umfassender diskutiert wird: «Liegt es wirklich immer an der Wirtschaft, alles zu absorbieren, was die Kaufkraft schmälert – wie die Inflation und die steigenden Krankenkassenprämien?», fragt er im Interview. Gewiss, die Unternehmen hätten hier eine wichtige Rolle. «Aber sie können nicht ständig die Feuerwehr spielen und die Löhne ins Unendliche steigern.»
Auch der Staat müsse nun einen Effort leisten – etwa bei den Steuern. Und es gebe auch andere Möglichkeiten, wie der Staat die Kaufkraft stützen kann.
Wichtig sei dabei, dass die Unterstützung vor allem der Mittelklasse zukommt. Denn diese leide derzeit am meisten: Es fehlt ihr das Vermögen der Reicheren sowie die Subventionen der Ärmeren.
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