Auch Unilever überrascht positiv

Der Markenhersteller kann die steigenden Beschaffungspreise offenbar recht problemlos weiterreichen.

26.07.2022
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Konzernsitz von Unilever in London   |   Bild: PD
Unilever steigerte im ersten Halbjahr 2022 seinen Umsatz um 8,1 Prozent; das erklärt sich weitgehend daraus, dass der Markenartikel-Hersteller die steigenden Preise weitergeben konnte. Aber auch gemessen am Volumen legten die Verkäufe im Zeitraum von Januar bis Juli noch leicht zu (+1,6 Prozent).
Damit lag die Entwicklung über den Erwartungen: Bei einer Analysten-Umfrage der Nachrichtenagentur «Reuters» war im Schnitt ein Umsatzplus von 7,2 Prozent prognostiziert worden.
Allerdings: Zum Teil kamen dabei die Margen von Unilever unter Druck; auch der Mutterkonzern von Marken wie Knorr, Dove, Ben&Jerry's oder Domestos konnte die höheren Beschaffungskosten nicht problemlos weitergeben. Konkreter: Die Gewinnmarge aus dem operativen Geschäft sank von 18,8 auf 17,0 Prozent.
«Unilever schaffte trotz der Herausforderungen durch hohe Inflation und ein langsameres globales Wachstum im ersten Halbjahr eine Leistung, die auf unserer Dynamik von 2021 aufbaut», lässt sich Konzernchef Alan Jope zitieren. Und weiter: «Wir heben jetzt unsere Umsatzprognose für das Jahr an. Die zugrunde liegende operative Marge war im ersten Halbjahr mit 17  Prozent auf Kurs.»
Fürs gesamte Jahr 2022 erwartet das Management in London also steigende Absätze. Zuvor hatte es ein Wachstum von 4,5 bis 6,5 Prozent prognostiziert – nun denkt es, «dass das zugrunde liegende Umsatzwachstum über dieser Spanne liegen wird, angetrieben durch die Preise mit einem gewissen weiteren Druck auf das Volumen.»

Marge soll verbessert werden

Die Erwartung für die operative Marge für das Gesamtjahr bleibt derweil bei 16 Prozent.
Die mittelfristigen Aussichten für die Makroökonomie und die Kosteninflation seien ungewiss und volatil, so das Team um CEO Alan Jope weiter: «Aber die Erzielung von Wachstum bleibt unsere oberste Priorität. Vor diesem Hintergrund gehen wir weiterhin davon aus, die Marge in den Jahren 2023 und 2024 durch Preisgestaltung, Mix und Einsparungen zu verbessern.»
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