Unilever macht jetzt Naturabfälle zu Waschmitteln

Üblicherweise machen waschaktive Substanzen aus Erdöl unsere Textilien sauber. Nun holt Unilever holt die sogenannten Tenside aus Abfällen.

29.08.2022
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Immer auch ein Gutsch Erdöl: Waschmittel enthalten Tenside, die aus CO2 gewonnen werden | Bild von: No Revisions on Unsplash
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Tenside sind die eigentlichen Saubermacher in Waschmitteln. Die waschaktiven Substanzen werden vor allem aus Mineralölen hergestellt. Für biologisch hergestellte Produkte sind Ölpflanzen wie Raps, Oliven, Flachs und Sonnenblumen die Quelle.
Unilever, das unter anderem die Waschmittelmarken Omo und Comfort im Portfolio hat, setzt nun auf Biomasse. Das Londoner Unternehmen bezieht als erstes so genanntes «Lineares Alkylbenzen» (kurz: NextLab) vom spanischen Chemieriesen Cepsa – ein Tensid, das aus Naturabfällen gewonnen wird.

Ende der Produktion mit Mineralölen

Heute wird laut Cespa 85 Prozent des Bedarfs der chemischen Industrie an Kohlenstoffen aus Erdölprodukten gedeckt. Der neue Rohstoff sei deshalb ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in der Chemieproduktion.
Die Eigenschaften der Biomassen-Tenside sei vergleichbar mit jenen, die aus Erdöl gewonnen werden. Unilever könnte laut Cespa mit dem vollständigen Ersatz von so genannten «Black carbon» – Tensiden aus Mineralöl – durch «Green carbon» wie NextLab seinen CO2-Footprint um rund 50 Prozent reduzieren.
Unilever hat sich vor 2 Jahren darauf festgelegt, bis 2030 auf die Verwendung von fossilen Brennstoffen in der Herstellung von Reinigungsmitteln zu verzichten. Bis 2039 will das Unternehmen komplett ohne Emissionen produzieren.

Tierversuche: Letzter Aufruf für EU-Initiative
Es wird knapp für eine Europäische Initiative gegen Tierversuche: Sie muss bis 31. August eine Million Unterschriften zusammen bekommen, um die EU zu einer Reaktion zu zwingen.
Ungewöhnlich: Die Unterschriftensammlung wird gemeinsam von Kosmetikherstellern wie Unilever oder The Body Shop und Tierschutzorganisationen wie PETA unterstützt. Hintergrund ist eine gesetzliche Verschärfung der EU bei der Sicherheit chemischer Produkte. Diese könnte zu einem neuen Tierversuchszwang führen, der auch kosmetische Produkte betreffen würde.
Die Initiative wies per Ende Juli lediglich etwas über 950'000 Signaturen von EU-Bürgern auf. Firdaous El Honsali, Unilever-Chef für externe Kommunikation und Nachhaltigkeit, hat diese deshalb in Branchenmedien dazu aufgerufen, vor Ablauf der Zeichnungsfrist zu unterschreiben. Die Hürde von einem Viertel der Mitgliedsstaaten, in denen eine bestimmte Zahl an Unterschriften zusammenkommen muss, ist dagegen bereits genommen.

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