Circ: Die Firma, in die Zalando, Inditex und Patagonia gemeinsam Geld stecken

Womöglich hat die US-Firma eine entscheidende Lösung gefunden fürs getrennte Recykling von Polyester und Baumwolle

7.03.2023
letzte Aktualisierung: 4.04.2023
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«It's science»: Anlagen von Circ in Virginia   |  Bild: PD
Es war eine der üblichen Venture-Capital-Meldungen: Bei einer Finanzierungsrunde erhielt das Startup Circ im März 25 Millionen Dollar, und an der Spitze der neuen Investoren stand Zalando.
Neben dem Berliner E-Commerce-Riesen schoss auch der koreanische Outdoor-Bekleidungskonzern Youngone Geld ein. Und abgerundet wird das einträchtige Engagement der grossen Modewelt durch Milliken, einen führenden Anbieter von Technik- und Berufskleidung; durch den Outdoor-Konzern Patagonia; sowie durch Inditex, also den spanischen Moderiesen mit Marken wie Zara und Massimo Dutti. Auch diese drei Konzerne sind seit letztem Jahr an Circ beteiligt.
Und um noch einen Namen zu nennen: Ein Innovationsförderungs-Vehikel von Bill Gates ist auch an Bord.
Die Frage lautet also: Was macht Circ, was hat Circ?

Trennt Polyester und Baumwolle

Das Unternehmen ist im Kleider-Recykling tätig, was zwar durchaus ein angesagter Trend ist – aber längst von vielen Firmen abgegrast wird.
Doch offensichtlich hat das Unternehmen aus Danville, Virginia, eine Technologie entwickelt, mit der es alte Kleider effizient und in grossem Stil zurückverwandeln kann in Rohstoffe. Insbesondere kann es gemischte Polymerströme trennen – und dabei Mischungen aus Polyester und Baumwolle, die einen Löwenanteil der globalen Kleiderproduktion ausmachen.
Kurz: Circ ist ein Hersteller von Baumwolle, Zellulose, PTA Terephthalsäure (der Rohstoff für Polyesterfasern) – einfach auf der Basis von alten Kleidern und Verbundstoffen.
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Vorher-Nachher-Erklärbild von Circ | PD
Und so könnte das Unternehmen – wenn es sich denn durchsetzt – dereinst einen wichtigen Beitrag leisten zur Einsparung von Ressourcen und von CO2 durch die Modeindustrie.
Die Gründer des Unternehmens vertreten aber auch den Standpunkt, dass dies nur möglich sein wird, wenn die Wende zu solch einem Recykling in ganz grossem Stil gelingt.

Think Big

«Die Transformation der Modebranche verlangt die Führung einflussreicher Akteure – in der Textilindustrie, in der Finanzwelt sowie von Tech-Innovatoren»: So lässt sich Circ-CEO Peter Majeranowski zitieren. Und weiter: «Mit jeder Finanzierungsrunde und Erweiterung unserer Partner-Basis kommen wir mehr in die Lage, den kostspieligen und vermeidbaren Kreislauf der Kleider-Abfälle zu durchbrechen.»
Insofern kann man sagen: Was die Technologie von Circ taugt und ob sie wirklich hilft, die Modebranche sauber zu erneuern – dies lässt sich noch nicht beurteilen. Aber das US-Unternehmen macht bislang zumindest vor, dass es viele Schwergewichte hinter dem gemeinsamen Ziel bündeln kann. Und es besagt, dass das der viel wichtigere Aspekt ist.
  • Zum Thema: Ralph Lauren startet Recycling-Programm für Kaschmirwolle

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