Inditex: Der Zara-Konzern setzt eigene Umwelt-Massstäbe

Mit extrem ehrgeizigen Naturschutz-Zielen will der Kleiderriese die Mode in eine nachhaltige Zukunft führen.

12.07.2023
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Inditex-Präsidentin Marta Ortega Pérez und CEO Óscar García Maceiras (ganz links) an der GV 2023  |  Bild: PD
Der spanische Bekleidungs-Riese Inditex hat neue und sehr ehrgeizige Öko-Ziele angekündigt. Bis in sieben Jahren sollen 100 Prozent der Textilfasern, die der Zara- und Massimo-Dutti-Konzern einsetzt, klar weniger umweltschädlich sein als heute.
Konkret heisst das beispielsweise, dass 40 Prozent der Stoffe aus Recykling und 25 Prozent aus biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft stammen müssen. Weitere 25 Prozent sollen – oder dürften – aus umweltschonenden Materialien bestehen, die heute noch nicht bekannt sind und erst entwickelt werden.
Dies gaben Konzernpräsidentin Marta Ortega Pérez und CEO Óscar García Maceiras gestern an der Generalversammlung des Konzerns bekannt. In einem weiteren Ziel wollen sie die Treibstoffemissionen in der Produktionskette bis in sieben Jahren halbieren und dann bis 2040 das Net-Zero-Ziel erreichen.

Wer nicht liefert, wird angeprangert

Auf der anderen Seite will Inditex mit eigenen Biodiversitäts-Initiativen frühere Schäden mildern. Zu den Zielen hier gehört beispielsweise, dass der Konzern bis 2030 fünf Millionen Hektar Land wiederaufforsten oder unter Schutz bringen will.
Óscar García Maceiras nannte die Ziele selber «extrem ehrgeizig». Die offensive Ankündigung ist bemerkenswert, weil sich die Manager hier momentan wieder stärker zurückhalten. Denn viele Konzerne in vielen Ländern sind mittlerweile unter Druck geraten durch allzu grossspurige Ankündigungen von Umweltschutz-Massnahmen: Sie handelten sich den Vorwurf des «Greenwashing» ein.
Mehrere Unternehmen – darunter Nestlé – haben sich denn auch von eigenen früheren Zielen verabschiedet, um sich nicht dem Vorwurf der Heuchelei auszusetzen.
  • Zu den Sustainability Commitments von Inditex, Juli 2023.

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