Migros: Mario Irminger erwartet 2023 höheren operativen Gewinn

Die Fachformate stellen ein Problem dar, «sinnvolle Lösungen» müssten gefunden werden, so der MGB-Chef im Interview mit dem «Blick».

9.11.2023
image
Mario Irminger, Präsident der Generaldirektion des Migros Genossenschafts Bundes | Bild: PD
Die Migros sei «teilweise ineffizient» und könne der Kundschaft nicht immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten: So äussert sich der Präsident der Generaldirektion des Migros Genossenschafts Bundes (MGB) in einem Interview mit der Zeitung «Blick» von heute.
Irminger ist seit einem halben Jahr Chef der Migros-Dachorganisation und wird ab nächstem Jahr formell hauptsächlich für die Bereiche Migros-Industrie und die Fachformate verantwortlich sein, während die Filialen in der neuen Supermarkt AG aufgehen. Auch das Marketing inklusive der Grossteil der Kommunikationsabteilung wird vom MGB zur Supermarkt AG wechseln, die vom früheren Chef der Migros Genossenschaft Ostschweiz, Peter Diethelm, geleitet wird.
  • Mario Irminger gibt weiter Macht ab: Migros-Kommunikation wechselt vom MGB in die Marketingkommunkation der Supermarkt AG.
Im verbleibenden Verantwortungsbereich sieht Irminger die Herausforderungen vor allem bei der Migros Fachmarkt AG (Melectronics, SportX, Micasa etc.) und dem Produktionsbetrieben der Migros-Industrie.
Dass letztere vorläufig unter der Ägide des MGB bleibt, erklärt Irminger damit, dass «die Umstellung der Technologiebasis im Kerngeschäft» ein gigantisches Projekt sei, die Migros bis Ende 2027 beschäftigen werde. «Unmöglich, hier auch gleich noch die Industrie unter das Dach der Supermarkt AG zu migrieren», so Irminger.

«Effektives Problem» mit Fachformaten

Wegen sinkender Margen stehe der stationäre Handel extrem unter Druck, so Irminger. Die Fachformate würden deshalb auf den Prüfstand gestellt. «Wir müssen für sie sinnvolle Lösungen finden, weil sie heute effektiv ein Problem für uns darstellen.»
Es würde nun geprüft, «in welchem Umfang» die Migros mit welchen Fachmärkten «in die Zukunft gehe». Melectronics etwa werde stärker in die Supermärkte integriert, aber auch die Einstellung von Formaten werde geprüft. Entscheidungen fällen will der Migros-Chef im Verlaufe des kommenden Jahres.

«Wild gewachsene Aktivitäten» bei Migros-Industrie

Die Produktionsbetriebe der Migros (Elsa, Micarna, Fresh Food and Beverage Group etc.) hätten ihren Hauptzweck, für die Migros die besten Produkte zu den günstigsten Preisen herzustellen, «zuletzt etwas aus den Augen verloren». Bei der Neuaufstellung der Industriebetriebe müsste sich die Migros «von Aktivitäten, die wild gewachsen sind, auch wieder trennen».
Die Migros Industrie habe «ihren Beitrag zur Versorgung des Landes sicherzustellen», sie müsse «wieder wirtschaftlich sein und die Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen», so Irminger.
In Bezug auf die Jahresbilanz 2023 rechnet Irminger beim Umsatz über die ganze Gruppe mit einem Wachstum im einstelligen Prozentbereich. Beim Gewinn erwarte er «ein wesentlich besseres Resultat als im Vorjahr» – also mehr als 460 Millionen Franken.
Es sei aber möglich, dass die Migros 2023 Wertberichtigungen «beispielsweise bei Immobilien» vornehmen müsse.
  • migros
  • konjunktur
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Migros stellt Food Now ein, Alfies schluckt Stash

Die Bereinigung im Schweizer Delivery-Business geht weiter.

image

Aargau: Unterschriften-Aktion für ein DIY-Geschäft

In Bremgarten soll die Schliessung des Migros Do it + Garden verhindert werden.

image

Migros: Neue Leiterin Gesellschaft & Kultur bestimmt

Mira Song wird im September Hedy Graber ablösen.

image

Weiterhin wenig Lust auf fröhliches Shopping

Die Retail-Geschäfte zogen im ersten Quartal insgesamt zwar an. Aber gut lief es vor allem im Food-Bereich – weniger gut bei Nonfood-Anschaffungen.

image

Chopfab-Bier-Vegi-Burger: Ein M besser?

Die Fleischersatzprodukte aus Biertreber gibt es neu bei Migros und Volg.

image

Migros sucht neue Werbeagentur

Mit der strategischen Neuausrichtung soll auch eine neue Dachmarken-Kommunikation entwickelt werden.