Nestlé und Fonterra planen klimafreundliche Milch-Farm

Für ein Pilotprojekt verbinden sich die zwei Milchindustrie-Riesen quer über den Globus.

30.11.2022
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Kühe vor dem Taranaki in Neuseeland. Bild: Walter Walraven on Unsplash von: on Unsplash
In der Debatte um den Klimawandel kommen nach den üblichen Verdächtigen (Auto, Flugzeug) bald ein paar vierbeinige Probleme an den Pranger: die Rinder. Respektive die Kühe. Wegen ihres Methan-Ausstosses stehen sie oft als Klimakiller da.
Um dem etwas entgegenzuhalten, tun sich jetzt zwei der grössten Milchverarbeiter der Welt zusammen: Nestlé und Fonterra haben heute angekündigt, dass sie die vollends CO2-neutrale Farm entwickeln wollen. Alle Aspekte, bei denen ein Milch-Bauernhof Treibhausgase ausstösst, sollen untersucht und angegangen werden.
Das Ziel der ersten Etappe ist es, die entsprechenden Emissionen bis Mitte 2027 um 30 Prozent zu senken. In zehn Jahren, so das Fernziel des Joint-Venture, soll die Testfarm dann vollends ohne CO2-Ausstoss funktionieren.
Der Pilotversuch läuft auf einem 290 Hektaren grossen Grundstück in Whareroa, knapp 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Wellington; erwähnt sei dabei, das Fonterra, der sechstwichtigste Dairy-Konzern der Welt, seinen Hauptsitz in Neuseeland hat. —
«Neuseeland bietet durch sein weidebasiertes Milchsystem jetzt schon einige der nachhaltigsten Nahrungsmittel der Welt», sagt Fonterra-CEO Miles Hurrell: «Diese neue Partnerschaft sucht nach weiteren Möglichkeiten, um die Emissionen weiter zu reduzieren.»
Eine Bedingung ist dabei, dass die Praktiken wirtschaftlich tragfähig und für die Bauern praktikabel sind. Wenn dies der Fall ist, wollen Nestlé und Fonterra die gewonnenen Erkenntnisse und Massnahmen mit der Landwirtschaft teilen.
Es gehe darum, in der Milchindustrie durchgängig klimaneutrale Praktiken einzuführen, sagt Jennifer Chappell, die CEO von Nestlé Neuseeland. «Auf einen Netto-Null-Betrieb hinzuarbeiten bedeutet, alle Aspekte des Betriebs zu betrachten, vom Futter bis zur Bindung von Kohlenstoff.»
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