The Body Shop: Die Sache wird noch rätselhafter

Letzte Woche zwei Insolvenzen. Dann ein Besitzerwechsel, von dem niemand Genaueres weiss: Die weltberühmte Kosmetikmarke durchlebt strube Zeiten.

19.02.2024
image
Online-Shop des Body Shop in den Niederlanden
Zuerst die gute Nachricht: The Body Shop in der Schweiz ist aktiv wie eh und je, und wer die ethisch sauberen Kosmetika der Marke bestellen will, kann dies über den Online-Shop problemlos tun.
In Frankreich, Belgien oder den Niederlanden geht das derzeit nicht: Dort waren die Body-Web-Shops in den letzten Tagen geschlossen. Man sei dabei, die Seite neu zu gestalten, so die Erklärung dazu.
Bloss läuft dies parallel zur Meldung, dass das Management in Frankreich nicht wisse, wie es weitergeht: Man habe derzeit keine Informationen vom Mutterhaus in Grossbritannien und «fahre auf Sicht», erfuhr das Fachmedium «LSA Conso» in Paris.
Dazu muss man erstens wissen, dass die Body-Shop-Gesellschaften in England wie auch in Deutschland letzte Woche Insolvenz anmeldeten. Zweitens, dass die Marke in Frankreich, Belgien und den Niederlanden von einer anderen Gesellschaft geführt wird; sie hat ihren Sitz in Paris. Drittens, dass die gobale Kosmetik-Marke The Body Shop erst kurz vor Weihnachten neu übernommen worden war: Der brasilianische Konzern Natura verkaufte sie damals an die Private-Equity-Firma Aurelius.

Wem gehört was?

Doch unbestätigten Meldungen, die unter anderem «The Guardian» in London und «LSA Conso» in Paris streuten, hat eine noch unbekanntere Firma namens Alma24 inzwischen grosse Teile von The Body Shop auf dem europäischen Kontinent übernommen. Wobei wiederum enge personelle Verflechtungen zwischen Alma24 und Aurelius bestehen.
Welcher Body Shop jetzt wem gehört, ist offen. Die für Frankreich, Belgien und die Niederlande zuständige Gesellschaft soll bei diesem Verkauf nicht dabei sein. So dass derzeit ebenfalls rätselhaft ist, was mit ihr passiert – und ob sie die nächste ist, die in ein Schutz- oder Konkurs-Verfahren gehen muss. Das Unternehmen führt 60 Filialen in Frankreich, 20 in Belgien und 30 in den Niederlanden.
Immerhin: All das betrifft nicht The Body Shop in der Schweiz, das als Franchise von Coop geführt wird. Hier war der Umsatz zuletzt allerdings auch gesunken – nämlich von 22 Millionen Franken im Jahr 2022 auf 19 Millionen im Jahr 2023. Die Zahl der Filialen sank von 41 auf 38.
Insgesamt ist The Body Shop in 70 Ländern aktiv. Die weltberühmte Kette, 1976 in Bristol gegründet, beschäftigte zuletzt rund 10’000 Angestellte; hinzu kamen rund 12’000 Beschäftigte in den Franchise-Betrieben.
  • non-food
  • kosmetik
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Löhne: Das verdient man heute im Handels- und Lebensmittel-Bereich

Wie steht es um Ihr Gehalt? Hier finden Sie Vergleichswerte: die Monatslöhne in vielen Berufen. Von Food-Technologie über Drogisten bis zum Verkauf in Tankstellenshops.

image

Junge Menschen kaufen gerne Fälschungen

Europas Jugend steht auf Fake. Die Altersgruppe der u24 bestellt mit voller Absicht gefälschte Markenprodukte im Internet.

image

Entgingen Schweizer Händlern bereits über eine Milliarde Franken wegen Temu?

Die Unternehmensberatung Carpathia hat hochgerechnet, wie viel Umsatz 2023 an die chinesische Plattform abfloss. Politik und Wirtschaft verlangen Massnahmen.

image

Shoppingcenter sind eine sehr stabile Sache

Für den Detailhandel war 2023 bekanntlich kein berauschendes Jahr. Warenhäuser kriseln. Und viele Non-Food-Händler gingen pleite. Doch siehe da: Die Shoppingcenter melden mehr Besucher und mehr Umsatz.

image

So sehen die neuen Mode-Abteilungen von Manor aus

Die Warenhauskette geht in die Social-Media-Offensive und macht ihre Fashion-Abteilung Instagram-tauglich.

image

Depot-Chef droht: Mietzinsreduktion oder Filialschliessungen

Der deutschen Deko-Handelskette Depot steht das Wasser offenbar nah am Hals. Inhaber Christian Gries versucht jetzt persönlich, das Steuer herumzureissen.