Alltagsinflation in der Schweiz unverändert

Der Comparis-Konsumentenpreis-Index zeigt aber auch: Unser Frühstück kostet deutlich mehr als noch vor einem Jahr.

22.11.2022
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Fast alles hier wurde deutlich teurer: Frühstückstisch  |  Bild von: on Unsplash
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Die Preise für Alltagsgüter lagen im Oktober um 3,2 Prozent höher als im Oktober vor einem Jahr. Im Vergleich zum September blieben die Durchschnittspreise unverändert; dies nachdem sie im Vormonat ganz leicht – um 0,5 Prozent – gesunken waren.
Das besagt der Comparis-Konsumentenpreisindex, der lediglich Alltagsgüter berücksichtigt und so eine «gefühlte Inflation» misst. Zum Vergleich: Das offizielle Inflationsbarometer, der Landesindex der Konsumentenpreise, nahm im Oktober im Vorjahresvergleich um 3,0 Prozent zu.
«Nach zwei Monaten mit einem leichten Rückgang der Inflation hat sich die Teuerung im Oktober bei über 3 Prozent eingependelt», resümiert Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. «Dennoch sind die finanziellen Sorgen in der Bevölkerung weit verbreitet, vor allem wegen der durchschnittlich um 6,6 Prozent deutlich steigenden Krankenkassenprämien 2023.» Laut einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsdienstes erwartete jede dritte Person in der Schweiz im Oktober, dass sich die eigene finanzielle Lage verschlechtern wird.
Der Konsumentenpreisindex von Comparis wurde im Sommer 2022 lanciert. Der Zürcher Vergleichsdienst erarbeitet ihn in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungs-Stelle der ETH. Der Index misst die «gefühlte Inflation» der Bevölkerung. Dazu berücksichtigt er ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern wie Lebensmittel, Kleider und Medikamente. Ignoriert werden beispielsweise Mieten oder dauerhafte Güter wie Möbel.
Bei der Auswertung dieses Monats interessierten sich die Comparis-Beobachter insbesondere für das Frühstück. Ein Ergebnis: Im Vorjahresmonats-Vergleich sind neun typische Zmorgen-Zutaten heute um durchschnittlich 5,5 Prozent teurer.
Deutlich mehr ausgeben muss man für so ziemlich alles auf dem Frühstückstisch:
  • Butter (plus 10,7 Prozent),
  • Margarine, Speisefette und -öle (plus 8,9 Prozent),
  • Kaffee (plus 7 Prozent),
  • Milch, Käse, Eier (plus 5,9 Prozent)
  • Tee (plus 3,4 Prozent).
In der Langfrist-Betrachtung – seit dem Jahr 2000 – wurde das Frühstück sogar um durchschnittlich 11 Prozent teurer, so die Mitteilung weier: Im Langzeitvergleich stiegen die Kosten insbesondere für Butter (plus 35,6 Prozent), Konfitüre und Bienenhonig (18,7 Prozent), Margarine, Speisefette und -öle (plus 11,7 Prozent), Tee (plus 10 Prozent), Kaffee (plus 7,2 Prozent) sowie Brot, Mehl und Getreideprodukte (plus 6,9 Prozent).
«Die Kosten für typische Zmorgen-Zutaten steigen seit Jahren stärker als die Preise für den Gesamtwarenkorb», resümiert Michael Kuhn.

Auch teurer: Energie, Druckwaren, Säfte

Im Zeitraum von September bis Oktober 2022 erhöhten sich die Preise für Energie zum Heizen besonders deutlich: Der Anstieg bei Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme betrug durchschnittlich 8,8 Prozent – nach einem Rückgang im Vormonat um 2,7 Prozent.
An zweiter Stelle bei den Preiserhöhungen folgen «sonstige Druckprodukte» (plus 6,9 Prozent). «Produkte wie Kalender unterliegen vor allem saisonalen Preissteigerungen», sagt Kuhn.
Auf Platz drei folgen Frucht- und Gemüsesäfte (plus 6,4 Prozent), wozu teils enttäuschende Ernten und eine etwas gestiegene Nachfrage beigetragen haben dürften.
Mit einem Plus von 5,7 Prozent ist der Preisanstieg bei Herrenschuhen ebenfalls deutlich; bei Damenschuhen betrug der Zuwachs 3,1 Prozent.
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