Aryzta: «An Preiserhöhungen führt kein Weg vorbei»

Laut Konzernchef Urs Jordi könnte der Backwaren-Konzern ab 2025 wieder Dividenden ausrichten.

2.07.2022
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Urs Jordi, Verwaltungsratspräsident und CEO von Aryzta   |   Bild: Aryzta
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Urs Jordi deutet an, dass Aryzta ab 2025 wieder eine Dividende auszahlen könnte – sofern es gelingt, die Bilanz weiter zu sanieren. In einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» berichtete der CEO und Präsident des Backwaren-Konzerns, dass Aryzta «in den letzten Jahren überraschenderweise fast zu viel investiert» habe – so dass sich die Fabriken in einem guten Zustand befänden und der Konzern über genügend Kapazitäten verfüge.
Die schweren Probleme entstünden vielmehr bei den Preisen, etwa für Strom und Gas, für Butter und Mehl. In diesen Zeiten mit inflationären Tendenzen sei es schwierig, die Margenziele zu erreichen.
«Aber das inflationäre Umfeld ist für alle gleich, und die Auswirkungen sind so signifikant, dass kein Weg an Preiserhöhungen vorbeiführt», so Jordi.

Keine Ukraine-Abhängigkeit

Allerdings: Knapp seien die Rohstoffe noch nicht. Beim Weizen sei Aryzta weder auf ukrainische noch auf russische Lieferungen angewiesen. Obendrein erreiche immer noch ukrainischer Weizen die Weltmärkte: Die Ernten könnten einfach nicht unter ukrainischer Kontrolle exportiert werden.
Entscheidend werde, ob die Bauern in der Ukraine im Herbst den Winterweizen ansähen können; falls nicht, würde dies die Preise weiter nach oben treiben.
Eine Erholung sei indessen zu erwarten, wenn die Schiffe wieder kontrolliert aus dem Hafen von Odessa auslaufen könnten – dann könnten die Preise wieder korrigieren.
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