Aryzta stagnierte im ersten Quartal

Der TK-Backwarenkonzern aus Schlieren sieht es positiv: Die Prognosen erwiesen sich als korrekt, die Verschuldung kann weiter abgebaut werden.

22.04.2024
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Symbolbild: Tom Paolini on Unsplash von: on Unsplash
Mit einem guten Geschäftsgang in Europa konnte Aryzta das Schwächeln im Rest der Welt kompensieren. Das meldete der auf Convenience und Bäckereiprodukte spezialisierte Konzern heute in einer Pressemeldung zum letzten Quartal.
Demnach stieg der Umsatz im ersten Quartal dieses Jahres um 0,6 Prozent auf 514 Millionen Euro. Organisch lagen die Verkäufe um 0,1 Prozent höher als im ersten Quartal 2023. Dabei drückten negative Mixeffekte den Umsatz leicht nach unten (–0,4 Prozent), während höhere Preise (+0,3 Prozent) und eine etwas grössere Verkaufsmenge (+0,2 Prozent) das Ganze in den positiven Bereich hoben.
Verglichen mit dem Vorquartal – also Ende 2023 – sank das Preiswachstum deutlich. Dieses hatte Ende des vergangenen Jahres noch bei 3,8 Prozent gelegen, nachdem es von 20,5 Prozent im ersten Quartal kontinuierlich gesunken war. Aber auch das Verkaufsvolumen war deutlich geringer als im Schlussquartal 2023: Damals hatten die Mengen-Absätze noch um 5 Prozent zugelegt.

Fastfood-Ketten bremsen

In der Region Europa wuchs der Backwarenkonzern organisch um 0,3 Prozent und kompensierte damit den Rückgang in der Region Rest der Welt, die um 1,3 Prozent schrumpfte. Das Unternehmen führt Letzteres auf die grosse Bedeutung des Fast-Food-Geschäfts in der Region zurück.
Dieses leidet aktuell unter dem Gaza-Konflikt, weil viele Menschen aus politischen Gründen McDonald's meiden. Die Leistung der Kategorie habe sich im Laufe des Quartals jedoch allmählich verbessert, heisst es. Die Ergebnisse verdeutlichten die erwartete "Normalisierung des Wachstums", heisst es. Gründe für diese Normalisierung seien ein tieferer Preiseffekt, die Optimierung des Portfolios, ein starkes Wachstums in der Vorjahresperiode, die geopolitischen Einflüsse und die Auswirkungen der höheren Lebenshaltungskosten auf die Konsumentenausgaben. Doch die Umsatzentwicklung von Aryzta im ersten Quartal habe den Erwartungen entsprochen. Und das Wachstum habe sich im Laufe des Quartals allmählich verbessert, wird Firmenchef Urs Jordi in der Mitteilung zitiert: «Wir erwarten, dass sich dieser progressive Trend allmählich fortsetzt.» Für das Gesamtjahr 2024 bekräftigt das Management die Prognose. Demnach wird ein organisches Wachstum im «niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich» erwartet. Es ist das erste Berichterstattungs-Quartal von Aryzta, das mit dem ersten Quartal des Kalenderjahres übereinstimmt. Früher hatte das Unternehmen noch ein verschobenes Geschäftsjahr, das von August bis Juli dauerte.
Mit Hilfe von Innovationen sei das Unternehmen in der Lage, sein Portfolio weiterhin selektiv zu optimieren und zum Beispiel Produkte mit zu geringen Margen vom Markt nehmen, heisst es weiter. Zusammen mit Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen habe man darum die Leistung verbessern können.

CEO bekräftigt Prognose

«Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal entsprach den Erwartungen, da sich das Wachstum im Laufe des Quartals allmählich verbesserte», lässt sich Präsident und Interims-CEO Jordi zitieren. Man erwarte, dass sich dieser progressive Trend allmählich fortsetze. «Wir bekräftigen unsere Prognose eines niedrigen bis mittleren einstelligen organischen Wachstums für das Geschäftsjahr 2024.» Ziel bleibe auch der weitere Abbau der Nettoverschuldung.
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