Brauereien: Die WM in Katar wird wohl eine trockene Sache

Gut möglich, dass das Fussball-Fest 2022 nicht recht zündet – und der Extra-Kick für die Bierhersteller für einmal ausfällt.

14.09.2022
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Bild von: Fauzan Saari on Unsplash
Die deutschen Bierbrauer setzen wenig Hoffnung auf die Fussball-WM in Katar. «Von diesem Event erwartet sich unsere Branche keine Impulse, das muss man ganz nüchtern betrachten», sagte der Hauptgeschäftsführer des Brauer-Bundes, Holger Eichele, gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur DPA (siehe etwa hier).
Normalerweise werde eine Fussball-WM gleichgesetzt mit Sommer, Sonne, Biergarten, Grillpartys: Dies fällt nun aus. Hinzu kämen derzeit viele Unsicherheitsfaktoren, etwa die Energiekrise sowie – vielleicht wieder – Covid-19.

Wetter und Weiterkommen

Vorsichtig zeigt sich auch der Schweizer Brauerei-Verband. Man habe keine konkrete Einschätzung, sagt Christoph Lienert, der stellvertretende Direktor: «Wir sehen es aber ähnlich wie der deutsche Brauer-Bund. Mehr Einfluss hatte bei einer Sommer-WM jeweils das Wetter.» Wie sich sich dies bei einer Winter-WM niederschlägt, müsse sich nun weisen. «Wir hoffen natürlich trotzdem auf viele Public Viewings und ein Weiterkommen der Schweiz.»
Wetter und Weiterkommen: Auf diese Haupt-Faktoren verweist im «Nordkurier» denn auch eine Sprecherin der Radeberger-Brauereigruppe. «Fussball-Europa- und Weltmeisterschaften haben den deutschen Brauern – und auch uns – in der Vergangenheit zwar gerne ein Nachfrage-Extra beschert, wenn die Spiele zu attraktiven Sendezeiten liefen und vor allem die deutsche Nationalmannschaft lange im Turnier verblieb.»
Aber für den Gesamtumsatz seien kurze saisonalen Ereignisse weniger entscheidend als etwa das Wetter, «unser bester Bierverkäufer.»
  • Mehr: Brauerei-Kosten massiv gestiegen. Gut möglich, dass die Bierpreise zur WM hin noch Sprünge machen.
Bei der bekannten Brauerei Warsteiner verweist eine Sprecherin ferner auf die politische Dimension: «Man hört immer mehr von Menschen, die die Spiele in der Form ablehnen und auch nicht in den Medien verfolgen wollen.»
Was ein weiterer Grund wäre, dass die Veranstaltung in Katar vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 eher kühl begangen wird.
Holger Eichele wies im DPA-Gespräch schliesslich auf die allgemeine Stimmung hin: Tatsache sei, «dass wegen steigender Lebenshaltungskosten Gastronomie und Handel schon jetzt eine deutliche Konsumzurückhaltung der Verbraucher feststellen.» Diese Entwicklung schlage voll auf die Brauereien durch.
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