Der Sneaker-Store der Zukunft steht in Seoul

Mehr SoMe-Studio als Laden: In Korea zeigt Nike, wie es die Millenials als «Mitglieder» rekrutieren (und in seine Geschäfte locken) will.

19.07.2022
letzte Aktualisierung: 18.03.2024
image
Vor Ort eigenen Content generieren: Kundschaft im Nike-Store im hippen Stadtteil Hongdae | Bild: PD/Nike
Männer- und Frauenabteilungen gibt es selbstverständlich keine. «Gender agnostic» sei die neue Nike-Filiale im trendigen Quartier Hongdae von Seoul. Und nicht nur Geschlechterrollen werden ignoriert, sondern auch die Unterscheidung zwischen Kaufen und Verkaufen, Herstellen und Werben.
Das Konzept heisst «Nike Style» und lässt die junge Kundschaft Shoppingerlebnisse gestalten und weiterverbreiten.
In einer Art Studio kreiert sie etwa via Nike-App und mithilfe der Angestellten neue Inhalte für ihre Socia-Media-Kanäle, sie nimmt an Workshops («Nike by you») teil – oder in der «SNKRS Lounge» an Events der lokalen Turnschuh-Community.
Bereits vor einem Jahr ging ein ähnliches Konzept namens «Nike Rise» in Grossstädten an den Start. Digitales und örtliches Shopping ergänzen sich in den Filialen, die gemäss dem Konzept umgebaut wurden.
Immer dabei: die Nike-App. Und (nur) wer Nike Member wird, kann alle Eigenschaften ausnutzen.
image
Nike-Store in Seoul von aussen.
Letztlich geht es dem globalen Player mit seinen in Massen hergestellten Produkten darum, in den Augen «lokal» und «individuell» zu wirken. Produkte können in diesen Filialen zum Beispiel mit grafischen Elementen ergänzt werden, die zur Gegend passen, in der die Kundin oder der Kunde lebt. Das nennt sich dann «hyper local embellishment kits».
Beratung gibt es in Mode- oder Sportfragen, Schuhmodelle lassen sich auf einem Bildschirm nach Funktion und Herstellungsmerkmalen vergleichen. QR-Codes und Augmented Reality gehören zur Grundausstattung der «Style-» und «Rise»-Shops.
Seoul sei, so Nike, «einer der digital am besten vernetzten Märkte» des Konzerns. Dort lassen sich neue Shop-Formate ideal testen.
Ob die jeweiligen Konzepte danach den Weg um die Welt finden, wird zunächst hier entscheiden. Dann folgt der nächste Testmarkt für die «Nike-Style»-Stores: Schanghai in China.
  • non-food
  • shop design
  • e-commerce
  • marketing
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Drogerieriese Rossmann kommt in die Schweiz

Der Markteintritt des zweitgrössten Drogisten-Konzerns in Europa soll im Winter erfolgen.

image

Aargau: Unterschriften-Aktion für ein DIY-Geschäft

In Bremgarten soll die Schliessung des Migros Do it + Garden verhindert werden.

image

Wie man beim Auffüllen der Regale massiv Zeit spart

Ein kleiner Trick erspart bis 90 Minuten Arbeitszeit pro Tag und pro Filiale. Sagt die belgische Retail-Kette Colruyt.

image

Betrug beim Kauf auf Rechung im B2B

Die Masche ist bekannt: Private bestellen Ware – und zahlen nicht. Und Online-Händler verlangen Vorauszahlung – und liefern nicht. Nun mehren sich jedoch Klagen über Rechnungs-Betrug unter Firmen.

image

L’Oréal: Neuer General Manager für deutschen Sprachraum

Jean-Christophe Letellier übernimmt von Kenneth Campbell die Geschäftsführung von L'Oréal Österreich, Deutschland und Schweiz.

image

Competec-Gruppe sucht neuen Informatikchef

Marcel Rassinger macht sich selbstständig. Den Abgang nutzt Competec, um den Unternehmensbereich IT und die CIO-Rolle neu zu definieren.