Deutschland: Süsswaren-Industrie meldet «dramatische Entwicklung»

Die mittelständischen Hersteller fühlen sich existenziell bedroht. Die Notlage sei in der Öffentlichkeit bislang unbemerkt geblieben.

23.05.2022
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white and black dice lot von: Wouter Supardi Salari on Unsplash
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Als «äusserst angespannt» bezeichnet der deutsche Süsswaren-Verband BDSI die Lage in der Branche. Schon mit der Coronavirus-Pandemie hätten sich sich Energie, Rohstoffe, Verpackungen und auch die Logistik massiv verteuert. Der Ukraine-Krieg verschärfe die Lage nun drastisch.
Man habe es mit «noch nie dagewesenen Belastungen» zu tun, so der BDSI nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern. Immer mehr Betriebe würden «in existenzbedrohendem Masse» getroffen.
Der Verband listet dazu einige Teuerungszahlen auf – konkret einen Vergleich der Preise im April 2022 mit dem April 2021:
  • Sonnenblumenöl +151 Prozent,
  • Butter +78,4 Prozent,
  • Palmöl +73,3 Prozent,
  • Weizen +71,8 Prozent,
  • Magermilchpulver +69,6 Prozent.
Vier von fünf Unternehmen meldeten zudem Engpässe bei Verpackungsmaterialien. 72 Prozent verzeichnen ernsthafte Versorgungsprobleme mit agrarischen Rohstoffen wie Weizen, Pflanzenölen, Glukose, Eiern und Milchpulver.
«Die dramatische Entwicklung ist aus Sicht der Branche in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht angekommen», kommentiert der Verband.

Schluss mit Regulierungen

Er fordert nun, dass die Regierung in Berlin «der konsequenten Stärkung der heimischen Wirtschaft oberste Priorität» einräume. «Nur dann können Arbeitsplätze und Investitionen am Standort Deutschland langfristig gesichert werden», sagt Verbandschef Bastian Fassin. Damit wendet sich Fassin auch gegen immer neue regulatorische Auflagen: Die kleineren und mittleren Unternehmen könnten diese nicht mehr zusätzlich stemmen.
Zum Ukraine-Krieg mit seinen Versorgungsproblemen kommen noch Spätfolgen der Covid-Krise und das Problem, qualifiziertes Personal zu finden – so weitere Aussagen aus der Mitglieder-Umfrage des BDSI.
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