Die Karte der deutschsprachigen Online-Marktplätze

In den letzten zwei Jahren stieg die Zahl der B2C-Plattformen nochmals deutlich an, so eine neue Studie. Das nächste grosse Ding seien aber die B2B-Marktplätze.

27.06.2022
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Überblicks-Darstellung aus der Studie «Marktplatzwelt 2022».
  • e-commerce
Wie viele Online-Marktplätze gibt es im deutschsprachigen Raum? Und wie entwickeln sie sich? Eine kleine Kartenkunde dazu kommt von zwei Beratungsunternehmen aus Deutschland: Ecom Consulting und Gominga haben die Zusammenstellung «Die Marktplatzwelt 2022» veröffentlicht.
Dabei zählten die Studienautoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz 214 Online-Marktplätze, die dem B2C-Bereich zuzuordnen sind. Etwa ein Fünftel davon positioniere sich als Vollsortimenter (analog Amazon), ein knappes Fünftel sind so genannte Multicategory-Anbieter. Und der Rest, also gut drei Fünftel, sind Spezialanbieter – von autoteile-markt.de bis sugartrends.de.
  • Quelle: «Die Marktplatzwelt 2022 – Online-Marktplätze und ihre Erfolgsfaktoren», Juni 2022.
Seit der letzten «Marktplatzwelt»-Studie vor zwei Jahren ist die Zahl der deutschsprachigen B-to-C-Marktplätze um 40 Prozent gestiegen – von etwa 150 auf 214.
Andererseits wurden in den letzten zwei Jahren rund 30 Marktplätze aufgegeben, darunter grosse Namen Rewe oder Rakuten. «In zahlreichen Fällen wurden Unternehmen übernommen, fusioniert oder umbenannt (Kleiderkreisel/Vinted, Uvinum/Drinks & Co.). In anderen wurde das Marktplatzmodell wieder verworfen (Rewe) oder der Rückzug aus der DACH-Region beschlossen (Rakuten)», so eine Erklärung der Studie.
«Für nahezu jede Branche und jede Nische finden sich inzwischen zahlreiche mehr oder minder starke Wettbewerber», sagt Christian Driehaus von Gominga. «Doch Hunderte B-to-C-Marktplätze in Deutschland und Europa machen es Newcomern nicht leicht, Marktanteile zu ergattern, und auch die Marktplatz-Seller stehen beim Management der unterschiedlichen Kanäle vor immer grösseren Herausforderungen.»

Reif und gesättigt

Während die B2C-Marktplatzwelt also reif und gesättigt erscheint, stecke das B2B-Segment noch in den Kinderschuhen. Selbst für den B2C-Platzhirsch Amazon sei das Online-B2B-Geschäft kein Spaziergang.
«Denn die Anforderungen, die B2B-Kunden an Prozesse und Customer Experience eines OnlineMarktplatzes stellen, sind fundamental andere und wesentlich komplexer als im B2C-Geschäft», so Driehaus.

«Goldgräberstimmung»

Und so erachten die Autoren die B2B-Marktplätze als das «Next Big Thing» beziehungsweise als «Top Trend»: Hier werde in den nächsten Jahren eine regelrechte Goldgräberstimmung herrschen. Die Zahl solcher Plattformen im deutschen Sprachraum liegt bei etwa 50, in Europa sind es über 300.
Ralph Hübner von Ecom Consulting, ein Co-Autor der Studie, erwartet, dass die Zahl in den nächsten Jahren auf über 1'000 B2B-Marktplätze springen wird. Sichtbar sei ja schon, dass grosse Investoren darauf setzen und viel Geld in diesen Bereich fliesst.
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