Emmi übernimmt Molkerei in Brasilien – von Coca-Cola

Die brasilianische Tochtergesellschaft der Emmi-Gruppe bekam die Mehrheitsbeteiligung an Verde Campo zu einem nicht genannten Preis.

16.04.2024
image
Viva! Brasilianische Marke Verde Campo bekommt Schweizer Mutter | Bild: LinkedIn
Brasilien ist der grösste Markt für Milchprodukte in Lateinamerika und für Emmi, den grössten Milchverarbeiter der Schweiz, strategisch wichtig. Mit der Übernahme verstärkt die Luzerner Holding ihre Marktposition in diesem Schlüsselmarkt.
Verde Campo im Bundesstaat Minas Gerais sei eine gut etablierte, innovationsstarke Marke und ergänze die Portfoliotransformation von Emmi in Brasilien um funktionelle Premium-Milchprodukte wie Joghurts und Milchgetränke, heisst es weiter.

Emmi stärkt Position in Südamerika

«Mit der Beteiligung an Verde Campo bauen wir unsere Position im strategisch wichtigen Markt Brasilien weiter aus», lässt sich CEO Ricarda Demarmels zitieren. Man sei überzeugt, zusammen mit dem Gründerteam von Verde Campo die Marke zu profitablem Wachstum führen zu können.
Der Gründer von Verde Campo, Alessandro Rios Carvalho, und der ehemalige Marketing- und Verkaufsleiter Álvaro Gazolla beteiligen sich zu 30 Prozent an Verde Campo und nehmen Einsitz in den Verwaltungsrat.
Die Emmi Holding hält seit 2019 eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der brasilianischen Tochtergesellschaft Laticínios Porto Alegre.

Optimistische Wirtschaftslage

Emmi sieht weiteres Wachstumspotenzial in diesem wichtigen südamerikanischen Markt. Die ökonomische Situation in Brasilien habe sich in den letzten Jahren trotz hoher Volatilität verbessert und die Inflation sei deutlich gesunken, schreibt Emmi.
Die Transaktion stehe unter Vorbehalt der Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Emmi Holding
Die führende Herstellerin von Milchprodukten in der Schweiz ist präsent in 14 Ländern, beschäftigt weltweit über 9000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von über vier Milliarden Franken.
Verde Campo
Das brasilianische Molkereiunternehmen mit Sitz in Lavras im Bundesstaat Minas Gerais, wurde im September 1999 von Alessandro Rios Carvalho gegründet. Verde Campo stellt Milchgetränke, Joghurt und Naturkäse her sowie funktionelle Milchprodukte und ist vor allem in den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro beliebt. Verde Campo beschäftigt rund 550 Mitarbeitende und erzielte 2023 einen Nettoumsatz von 53 Millionen Franken.
Laticínios Porto Alegre
Das Familienunternehmen wurde 1991 gegründet und ist die drittgrösste Molkerei im Bundesstaat Minas Gerais. Hauptsitz ist in Ponte Nova, Hauptprodukte sind Naturkäse, Mozzarella und der Streichkäse Requeijão, eines der am meisten konsumierten Milchprodukte in Brasilien. Laticínios Porto Alegre beschäftigt 1900 Mitarbeitende und erzielte 2023 einen Nettoumsatz von 1,4 Milliarden Brasilianischer Real, also etwa 250 Millionen Schweizer Franken.

  • dairy
  • food
  • industrie
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Neue Marketing-Chefin für Betty Bossi

Lars Feldmann konzentriert sich wieder voll auf die Geschäftsführung, Catherine Crowden übernimmt Marketing und Vertrieb.

image

Hochdorf: Ein Rettungsanker aus Italien

Der Babyfood- und Nutrition-Konzern hat einen neuen Grossaktionär mit strategischen Plänen.

image

Wie man beim Auffüllen der Regale massiv Zeit spart

Ein kleiner Trick erspart bis 90 Minuten Arbeitszeit pro Tag und pro Filiale. Sagt die belgische Retail-Kette Colruyt.

image

L’Oréal: Neuer General Manager für deutschen Sprachraum

Jean-Christophe Letellier übernimmt von Kenneth Campbell die Geschäftsführung von L'Oréal Österreich, Deutschland und Schweiz.

image

Lauwarmer Jahrestart 2024 für Nestlé

Der Konzern musste im ersten Quartal eine Umsatzdelle hinnehmen. Dank Preiserhöhungen gab es dennoch ein organisches Wachstum. Nestlé bleibt optimistisch und bestätigt die Ziele.

image

Pistor: Christophe Ackermann neu im Verwaltungsrat

Der Waadtländer ersetzt Nicolas Taillens, der nach 12 Jahren die Amtszeitbegrenzung erreicht hat.