Ferrero will nicht mehr von Galaxus veräppelt werden

Der Schokoladehersteller möchte in Deutschland einen Werbespot der Migros-Tochter unterbinden.

29.09.2023
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Hier gibt's einen Absturz: Spot für Galaxus, Screenshot
Eines muss man den Galaxus-Spots lassen: Das Muster funktioniert auch nach vielen Jahren noch.
Die Filme beginnen jeweils mit kitschigen Werbe-Storys und -Bildern, wobei sie sich an bestehende Marken anlehnen, beispielsweise an Spots für Katzenfutter oder Weichkäse provenzalischer Art. Dann aber folgt die kleine Katastrophe, dies das Publikum zur Realität des Alltags (und der Galaxus-Waren) zurückführt.
Ferrero nimmt diese Art der Werbekritik jedoch nicht auf die leichte Schulter: Wie die «Lebensmittelzeitung» berichtet, hat der Schokoladekonzern beim Hamburger Landgericht Klage eingereicht. Galaxus hatte nämlich diesen Sommer auf diversen Kanälen in Deutschland einen Spot gezeigt, bei dem der Konsum von weissen Schoko-Kokos-Kugeln in eine mittlere Katastrophe führt.
Ferrero erkannte darin (sehr verständlicherweise) eine Anspielung auf die Werbung für die eigene Marke Raffaello. Die Galaxus-Arbeit sei zu abwertend, so nun der Befund. Mitte Oktober kommt der Streitfall nun zur Verhandlung in Hamburg.

Hohe Effizienz

Allerdings hatte die Migros-70-Prozent-Tochter denselben Spot bereits vor Jahren in der Schweiz gestreut – nämlich 2017. Im Jahr danach erhielt Galaxus beim Auftrags- und Werbefilm-Preis «Edi» sogar eine Auszeichnung in Bronze dafür.
Wenn man berücksichtigt, dass die gleiche Arbeit nun in Deutschland rezykliert werden konnte und gleich doppelt von sich reden macht, dann muss man ihr eine gehörige Effizienz attestieren.
Dazu passt eine weitere Zahl, welche die LZ im Bericht vermeldet: Inzwischen können 20 Prozent der deutschen Konsumenten Galaxus richtig zuordnen; vor einem Jahr lag der Wert erst bei 6 Prozent.
Das Streitobjekt auf Youtube.


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