Konsumenten finden Secondhand und Refurbished zwar cool, aber nutzen es kaum

Wie im Bio-Markt besteht auch hier ein Graben zwischen dem Wollen und dem Tun.

22.01.2024
image
In der Schweiz bietet Revendo wie hier in Basel reparierte Elektronikgadgets an. Bild: ZVG.
Die Mehrheit der Konsumenten schätzt Anwendungen aus der Kreislaufwirtschaft. Aber wirklich genuzt werden die Angebote noch nicht: Das zeigt der «Circularity Insights Report 2024» des Zahlungsdienstleisters Klarna.
Die Studie hat vor allem die Märkte USA, Grossbritannien und Deutschland unter die Lupe genommen. Und kam dabei zum Schluss, dass die Mehrheit der Konsumenten die finanziellen Ersparnisse bei der Verwendung von Produkten aus der Kreislaufwirtschaft schätzen. Das gilt vor allem bei Elektronikprodukten und Second-hand-Mode. Eine jüngere Generation springt dabei besonders auf solche Produkte an.
Reparaturen und gebrauchte Kleider sind für Sparer ein Thema, aber es geht nicht nur ums Geld: Über der Hälfte der Konsumenten ist es heutzutage egal, ob sie das neuste Gadget besitzen oder nicht. Sie interessieren sich nicht mehr so sehr für neue Produkte, vor allem nicht bei Smartphones. Auch hier ist das vor allem ein Thema bei der Gen Z: Sie besitzen dreimal häufiger gebrauchte Elektronikartikel als Personen über 55 Jahre.
  • Viele wollen Bio kaufen – aber können nicht mehr

«Reparaturparadoxie» vorhanden

Aber wie auch etwa beim Kauf von Bio-Produkten besteht auch hier ein Graben zwischen dem Vorhaben und dem tatsächlichen Verhalten. Obwohl die Konsumenten die Kreislaufwirtschaft schätzen, haben sie dann ihre Smartphones oder Tablets doch nicht repariert. Bei den Kleidern sieht es ähnlich aus: 77 Prozent reparieren die Kleider dann doch nicht.
Die Hürden sind bei Elektronikgeräten vor allem die Kosten und Machbarkeit, während in der Modebranche auch Machbarkeit, aber auch Bequemlichkeit und Nutzen vorherrschen. Reparieren ist dort oft auch teurer als neu kaufen.
Die Klarna-Studie weist vor allem auch auf die Bildung und Aufklärung der Konsumenten hin: Marken können das Engagement in der Kreislaufwirtschaft fördern, indem sie die finanziellen Anreize, besseren Service und den Stil sowie Vermietungen und Reparaturen aufzeigen.
    Artikel teilen

    Loading

    Comment

    Home Delivery
    1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

    oder

    Auch interessant

    image

    Lindt & Sprüngli: Rochade in der Konzernleitung

    Ana Dominguez wird Chefin für die Region Nordamerika.

    image

    Valora meldet starkes Wachstum

    Vor allem im Grosshandel mit Laugenbackwaren schaffte der «Foodvenience»- und Gastro-Konzern ein deutliches Plus.

    image

    Manor schliesst zwei seiner acht Warenhäuser im Tessin

    Zugleich wird nun ein Outlet bei Lugano eröffnet.

    image

    Emmi: Umsatz stagniert unterm Strich

    Der Luzerner Milchverarbeiter konnte im letzten Jahr dabei seine Rentabilität spürbar verbessern

    image

    Galaxus plant Logistik-Hub in Süddeutschland

    Die Ausbau-Möglichkeiten in der Schweiz scheinen langsam zu eng für das Online-Warenhaus.

    image

    Ramseier Suisse konnte Verkaufsmenge steigern

    Der Umsatz des Getränkeproduzenten stieg letztes Jahr um 4 Prozent. Ein grosses Thema für 2024: weniger Zucker.