2023 wird weniger für Klimbim ausgegeben – und 10 andere Konsumtrends

Man sucht Haltbarkeit, Entspannung, Sinn – und den kleinen Luxus: Auch wenn die Preise steigen, entstehen Chancen für die FMCG-Branche.

31.12.2022
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Bild: Thought Catalog on Unsplash von: on Unsplash
Die Aussichten sind unsicher, nächstes Jahr droht eine Rezession, und auch die Inflation scheint immer noch nicht unter Kontrolle. In dieser Lage bleiben die Konsumentinnen und Konsumenten zurückhaltend: Dies eine Kernaussage der Marktforschungsfirma FMCG Gurus. Das britische Beratungsunternehmen für Konsumgüter-Firmen veröffentlichte soeben eine Liste mit zehn Trends 2023: Sie dürften das Geschäft für Alltagsgüter in den nächsten Monaten stark beeinflussen.
Die Menschen werden ihr Geld nächstes Jahr tendenziell bewusster ausgeben – und sich dabei auf Güter konzentrieren, die ihnen essenziell erscheinen: So eine Kernaussage. Wobei sie sich aber auch kleine Geschenke gönnen.
Oder wie es Mike Hughes formuliert, der Forschungschef von FMCG Gurus: «Die Verbraucher suchen nach Produkten, die verschiedene Bedürfnisse zugleich befriedigen. Dabei wenden sie sich stärker einem Einkaufsstil der Rezession zu; das heisst, sie werden stärker auf den Wert achten.»
Macht man das noch eine Stufe konkreter, so ergeben sich daraus zehn Trends.

1. Inflations-Reaktion

Die Kunden werden versuchen, mit ihrem Geld gleich weit oder weiter zu kommen – und dies möglichst, ohne Abstriche zu machen bei ihren Bedürfnissen.
Das heisst, sie sind weniger markentreu und suchen kreativer und eifriger nach Ideen, um für bestimmte Produkte weniger auszugeben. Das heisst aber nicht immer, dass man nur den tiefsten Preis sucht – sondern oft auch den solidesten oder stabilsten Wert fürs Geld.

2. Es geht auch um die Stimmung

Begriffe wie Gesundheit und Wellness werden laut den FMCG Gurus weiterhin Trends setzen. Einen diesen Trends für 2023 nennen die Berater «Fuel My Mood» – zu übersetzen vielleicht mit: «Verbessern wir die Stimmung». Das heisst: Die Konsumenten stellen Glücksgefühle und emotionales Wohlbefinden stärker ins Zentrum.

3. Suche nach dem Gleichgewicht

Das führt zum nächsten Trend: «Finding Balance». Zu erwarten sei, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten stärker herausnehmen wollen aus dem Alltagsstress und Gesundheit, Entspannung und Wellness höher gewichten.

4. Proaktiv für die Gesundheit

Das Ganze geht auch ins Grundsätzliche. Das langfristige Wohlbefinden bleibt ein wichtiges Thema – man will möglichst lange fit und aktiv bleiben.
Dazu ein konkretes Beispiel, das die FMCG Gurus aus ihren Umfragen herauslesen: Die Bevölkerung erkennt zunehmend einen Zusammenhang zwischen Verdauung und Immunsystem – ein Bewusstsein, dass dann auch beim Lebensmitteleinkauf einfliesst.

5. «Technolution»

Natürlich tauchen auf solch einer Listen neue Marketing-Buzzwords auf. Diesmal: «Technolution». Dabei geht es aber auch ums erwähnte Gesundheits-Bewusstsein. Beziehungsweise darum, wie die FMCG-Firmen mit innovativen Produkten hier die Bedürfnisse befriedigen wollen und können. Beispiele wären: personalisierte Food-Produkte, kultivierte Alternativfleisch-Angebote, angereicherte Nahrungsmittel.

6. «Adlerauge»

Nächstes Buzzword: «Adlerauge». Gemeint ist, dass die Konsumenten verschärft aufs Kleingedruckte achten – und aktiv informiert werden wollen, welche Risiken ein Produkt für die Konsumenten wie für die Umwelt hat. Das heisst: Die Käuferinnen und Käufer wollen intensiver wissen, was hinter einem Produkt und einer Marke steckt – sei das historisch, sei das in den Supply Chains.

7. «Blauer Planet»

Das führt zum nächsten Schlagwort von FMCG Gurus: «Blue Planet». Umweltschutz bleibt ein Riesen-Aspekt beim Konsum. Die Menschen erwarten, dass die Marken nachhaltige Praktiken entlang der gesamten Lieferkette verfolgen. Und sie selber sind bereit, etwas zu ändern, um sich umweltfreundlicher zu verhalten.

8. Zeit der Innovation

Parallel dazu erwarten die Kunden von den Herstellern, dass sie viel Kreativität darauf verwenden, um Abfall zu vermeiden, natürliche Anbaumethoden zu entwickeln, Food Waste zu dämpfen – und natürlich den CO2-Ausstoss weiter zu verringern.

9. Das inklusive Zeitalter

«Inklusiv»? Das klingt, als ob die FMCG Gurus zu den «Woke»-Gruppen gehörten. Doch die Marktforscher denken allgemeiner: Sie erinnern die Marken beziehungsweise die Hersteller daran, dass die Menschen einfach Produkte möchten, die ihre Lebenseinstellung spiegeln – ganz gleich, ob diese Einstellungen beispielsweise eher kritisch oder eher konservativ sind.

10. Lob dem kleinen Genuss

Auch wenn man auf Gesundheit, Umweltschutz und Tiefpreise achtet: Die Konsumenten werden 2023 nach dem kleinen Genuss suchen – umso mehr sogar. Denn wenn sie ihre Ausgaben für grosse Anschaffungen senken, möchten sie kleine Belohnungen, und sie werden sich kleine Fluchten leisten.
«Hedonistische Produkte, die entweder nostalgisch oder experimentell positioniert sind, werden diejenigen ansprechen, die kleine Momente des Genusses suchen», so ein Fazit der «Top Ten Trends for 2023».
  • Hattip & Quelle: «Confectionery Production».

  • non-food
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