Krasser Lohnsprung für Cadbury-Angestellte in Grossbritannien

Das Beispiel lässt ahnen, was passiert, wenn hohe Inflationsraten und Personalmangel zusammentreffen.

18.07.2022
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Die berühmte Cadbury-Schokoladefabrik in Bournville   |   Bild: Elliott Brown, Flickr CC
17,5 Prozent Lohnsteigerung in zwei Jahren – plus ein um 25 Prozent höherer Ferienanspruch: Dies sieht ein Vertrag zwischen Cadbury und der Gewerkschaft Unite in Grossbritannien vor. Rund 1'000 Beschäftigte in fünf Cadbury-Fabriken werden davon profitieren.
Der Fall lässt ahnen, was eine Lohn-Preis-Spirale ist. Denn einerseits leidet auch die britische Lebensmittel-Industrie immer wieder unter Personalnot. Andererseits spiegelt die Steigerung recht genau die hohe Teuerung in Grossbritannien (zuletzt 9,1 Prozent im Mai) sowie die entsprechenden Erwartungen für 2023.

«Wettbewerbsfähig bleiben»

«Diese Vereinbarung stellt ein verbessertes Gesamtpaket dar, das nicht nur den Grundlohn betrifft, sondern auch andere Elemente, die es uns ermöglichen, die wichtigen Beiträge unserer Kollegen anzuerkennen und zugleich mit unseren Werken wettbewerbsfähig zu bleiben»: So kommentiert der Cadbury-Mutterkonzerns Mondelez das Ergebnis.
Klar ist denn auch, dass Unite – die zweitgrösste Einzelgewerkschaft in UK und Irland – das Ergebnis auf die ganze Food-Branche ausweiten will (was notabene Schweizer Konzerne wie Nestlé oder Barry Callebaut in ihren britischen Fabriken vor ähnliche Fragen stellt).

«High profits»

«Unite hat diesen Deal mit Cadbury über drei Monate ausgehandelt und er setzt den Standard für den Rest des Nahrungsmittel-Herstellungs-Sektors, dem es sehr gut geht», sagte der für Food& Drink zuständige Unite-Sekretär Joe Clarke.
 Und weiter: «Unite wird in den kommenden Monaten mit anderen Lebensmittelherstellern verhandeln, und wir werden dafür sorgen, dass unsere Mitglieder dort ebenfalls Lohnerhöhungen erhalten, welche die steigenden Lebenshaltungskosten und die hohen Gewinne ihrer Arbeitgeber berücksichtigen.»
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