Neue Chance für Fabric Frontline – Lalique übernimmt

Die Luxus-Gruppe Lalique steigerte im ersten Halbjahr Umsatz und Rentabilität deutlich.

14.09.2022
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Seidentuch mit René Lalique von Fabric Frontline | Bild: PD Lalique
Die Lalique Group des Schweizer Unternehmers Silvio Denz schrieb im ersten Semester 2022 Erfolgszahlen: Mit einem Betriebserlös von 83,2 Millionen Euro lag der Umsatz über dem Niveau der Vor-Pandemie-Jahre – und fast 30 Prozent über dem Ergebnis im Vorjahr.
Der Ebit fiel sogar 43 Prozent höher aus und stieg auf 8 Millionen Euro an – unter anderem dank 1,7 Millionen Euro, die das Unternehmen nach einem Rechtsstreit in Frankreich erhalten hat. Das Umsatzwachstum sei im Portfolio der Gruppe mit Sitz in Zürich breit abgestützt, wie es in der Medienmitteilung heisst.
Besonders erfreulich entwickelte sich demnach das Parfüm- und das Kristallgeschäft, aber auch der Gastronomie- und Hotelleriebereich sowie die Whisky-Destillerie «The Glenturret».
Die Lalique Gruppe führt mehrere Hotels und Restaurants in Frankreich – vor zwei Monaten wurde zudem das Hotel Florhof in Zürich (mit-)übernommen, das nun renoviert werden soll.
Der Umsatz mit Sonnenschutzprodukten von Ultrasun habe im ersten Halbjahr eine Erholung gegenüber der Vorjahresperiode gezeigt, wobei das Segment noch deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau geblieben sei.

Übernahme von Fabric Frontline

Gleichzeitig mit den Halbjahresergebnissen gab Lalique bekannt, das Zürcher Textilunternehmen Fabric Frontline zu übernehmen, das 1980 vom bekannten «Seidenkönig» Andi Stutz gegründet worden war.
Seit 2012 gehört Fabric Frontline zur Trudel Fashion Group von Riccardo Pfenninger. Fabric Frontline und Lalique haben in den vergangenen Jahren bereits bei der Kreation von Seidentuch-Kollektionen zusammengearbeitet.
Im Juni meldete die Trudel Group dann, sie werde Fabric Frontline einstellen. Die Marktlage habe sich in den letzten zwei Jahren markant verschlechtert, teils wegen einem veränderten Konsumverhalten, teils wegen der Vertikalisierung im Modehandel. «Eine dauerhaft profitable Geschäftstätigkeit ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich», so damals die Erklärung zum Out.
Fabric Frontline war 1980 von den Geschwistern Andi, Elsa und Maya Stutz gegründet worden. Das Unternehmen aus dem Zürcher Kreis 4 belieferte bald auch Häuser wie Chanel, Dior und Vivienne Westwood mit seinen Seidenentwürfe; und stolz konnte es Bilder streuen, auf denen Celebrities wie Michelle Obama oder Jennifer Lawrence in FF-Seide glänzten.
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