Nestlé mischt in Arizonas Wasserpolitik mit

Und erhält für die Unterstützung eines neuen Gesetzes Applaus von einer bekannten Umweltschutzorganisation.

11.05.2023
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Neues Nestlé-Werk in Glendale | Visualisierung: PD Nestlé
Nestlé und der «Sierra Club», eine der ältesten und renommiertesten Umweltschutzorganisationen der USA, sind sich üblicherweise spinnefeind. So hat die NGO den Schweizer Konzern mehrfach angeklagt, ein Sünder der gröbsten Art zu sein, wenn es um Wasserfassungen in Kalifornien oder im kanadischen Ontario geht.
Doch bei einem Gesetzesentwurf, der in Arizona gegenwärtig heiss diskutiert wird, gibt der Umweltverein nun dem Multi recht. Nestlé hatte im vorgeschlagenen Wassergesetz über Interessensvertreter drei zusätzliche Abschnitte einfügen lassen, die es Unternehmen ermöglichen sollen, ihre eigene Wasseraufbereitung einzurichten – ohne staatliche Akteure einzubeziehen, wie es bisher nötig war.

Eigenes Grundwasser für Hafermilch-Herstellung

Dafür müssten die Unternehmer einen Teil des gewonnenen Wassers wieder in die Grundwasservorräte zurückführen, wo sie im Grundwasserleiter verbleiben und nicht wieder entnommen werden dürften.
Nestlé hatte 2022 angekündigt, in der Stadt Glendale 700 Millionen Franken in eine Produktionsstätte zu investieren, die unter anderem Hafermilch und vegetalen Rahm für Kaffee, aber auch pflanzenbasierte Produkte herstellen soll. 350 Stellen sollen entstehen.
Die Unterstützung des neuen Wassergesetzes durch die NGO Sierra Club verhindert allerdings nicht, dass sich weiterhin Bürgergruppen gegen die neuen Regeln für die Wassernutzung in Arizona wenden. Sie fürchen, dass das Grundwasser am Ende durch zu viele einzelne, auch privatwirtschaftliche Nutzer Schaden nehmen könnte, wie der TV-Sender «12News» berichtet.
In der Beschreibung seiner neuen Fabrik preist Nestlé deren «innovatives Wasserrecyclingverfahren zur Senkung des Wasserverbrauchs». Der umweltfreundliche Betrieb soll «das Ziel von Nestlé unterstützen, bis 2030 die Umwelt nicht zu belasten und bis 2025 100 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen».
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