Online-Handel: Deutlicher Rückgang in Deutschland
Fast alle E-Commerce-Segmente verspürten im Frühjahr die trübe Konsumstimmung. Nur bei Food und DIY konnten die Zahlen halbwegs gehalten werden.
11.07.2023Bild: Super Straho on Unsplash von: on UnsplashIn Deutschland sanken die Online-Umsätze mit Waren im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 19 Milliarden Euro (verglichen mit dem Vergleichsquartal 2022). Damit waren die gesamten Umsätze des Halbjahrs sogar fast 14 Prozent tiefer als 2022.
Allerdings: Verglichen mit dem gesamten ersten Halbjahr 2019 – vor Corona – liegen die Werte immer noch um knapp 15 Prozent höher.
Dies meldet der Branchen-Verband Bevh. «Solange die Menschen erwarten, dass ihre Reallöhne sinken und finanzielle Sonderbelastungen zunehmen, werden sie sich jeden Einkauf gut überlegen», erklärt Martin Groß-Albenhausen vom Verband. Und weiter: «Wir gehen davon aus, dass sich daran auch in nächster Zeit nichts ändern wird.»
Im Vergleich der Segmente im Onlinehandel gab es im zweiten Quartal nur Verlierer: Abermals am stärksten verloren die Cluster Unterhaltung (-15 Prozent), Einrichtung (-14 Prozent) und Bekleidung (-14 Prozent).
Mit Blick auf konkretere Branchen stehen der Handel mit Schmuck und Uhren (-17 Prozent), Computer/Zubehör/Spiele (-17 Prozent) und Haushaltswaren & -geräte (-16 Prozent) sowie Auto- & Motorradzubehör (-16 Prozent) unter gehörigem Druck.
Kampagnen erfolglos
Kein Wunder, gaben sich die Mitglieder des E-Commerce-Verbands Bevh skeptisch. Bei einer Befragung der ersten Juliwoche sagten zwei von drei Unternehmen aus, dass sie ihre geplanten Umsätze im zweiten Quartal nicht erreicht haben; und nur jeder Fünfte erwartet, im Gesamtjahr 2023 die Krise zu überwinden.
«Die Unternehmen stemmen sich mit Macht gegen die Krise», sagt Martin Groß-Albenhausen: «Aber sie müssen erkennen, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten auch durch starke Angebote kaum noch zum Kauf bewegen lassen. Im ersten Quartal sprach noch jeder Dritte Onlinehändler von entsprechend erfolgreichen Kampagnen – nun ist es nicht einmal mehr jeder Vierte.»
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