Papierflaschen: Verdrängen sie bald Glas und Plastik?

Die wiederverwertbaren Flüssigkeitsbehälter der dänischen Firma Paboco haben erste Praxistests bestanden. Nach Alkoholika sollen sie in Zukunft auch Kosmetikprodukte schützen.

31.10.2023
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Ist das der PET- und Glasersatz par excellence? Papierflaschen von Paboco | Bild: PD
Wodka und Bier aus der Papierflasche: Das dänische Jungunternehmen Paboco testet deren Einsatz gegenwärtig zusammen mit der Marke Absolut und der Brauerei Carlsberg – Konsider hat darüber berichtet (hier, hier). Die ersten Resultate sollen nun ein grosses Potenzial für die neuen, wiederverwertbaren Behältnisse ergeben haben.
Die Marke Absolut aus dem französischen Haus Pernod Ricard verkaufte seinen Wodka in der neuen Kartonpackung in Filialen des Händlers Tesco im Grossraum Manchester. Ein erstes Fazit des Akzeptanztests sei positiv ausgefallen, berichtet das Branchemedium «Beverage Daily». Die Verkaufszahlen seien gleich geblieben und das Produkt von den Konsumenten angenommen worden.
Vorteile erkennt der Hersteller insbesondere für «On-the-go»-Kunden – also Schnellkonsumenten, die sich über weniger Gewicht und eine leichtere Entsorgung freuen. Skeptisch zu Beginn, seien die Kunden die Flasche bald begeistert über die neue Flasche. Dennoch glaubt Absolut, dass die Erfindung die herkömmliche Glasflasche nur teilweise ersetzen wird.
Bei den Bierflaschen aus Karton von Carlsberg, die im Verkauf erprobt wurden, kam bei den Kunden ein weiteres Plus hinzu: Der Inhalt bleibt länger kühl als in Glasflaschen.
PR-Video von Paboco | Quelle: Youtube / Paboco
Die Kartonflaschen von Paboco bestehen zu 85 Prozent aus Papier, das nach dem Nachhaltigkeitsstandard FSC gewonnen wird. 15 Prozent macht eine Schutzschicht aus, die im Fall von Absolut aus rezyklierbarem Plastik besteht. Bei den Bierflaschen von Carlsberg war bereits eine pflanzenbasierte Schicht aus PEF-Polymer im Einsatz, die zusammen mit der Papierschicht rezyklierbar ist.
Die 2019 gegründete Paboco erhielt vor einer Woche mit dem österreichischen Verpackungshersteller Alpla einen neuen Mehrheitseigner und will mit dessen finanzieller Unterstützung den Einsatz seiner Papierflaschen ausweiten – etwa auf Kosmetikprodukte der Konzerne P&G und L'Oréal, die bereits mit den Dänen zusammenarbeiten. Auch ein erstes grosses Produktionswerk soll bis 2024 in Dänemark gebaut und in Betrieb genommen werden.
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