Patagonia-Gründer vermacht Firma an Stiftung

Der 83-jährige Yvon Chouinard mochte sein Unternehmen weder verkaufen noch an die Börse bringen – der Umwelt wegen.

15.09.2022
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Umweltbedrohung als Marken-Thema: Still aus einem Image-Spot von Patagonia.
Der Gründer und Besitzer der Outdoor-Marke Patagonia, Yvon Chouinard, übergibt sein Paket an stimmberechtigten Aktien an die neu gegründete Stiftung Patagonia Purpose Trust. Die Gründe dafür legt der US-Amerikaner in einem offenen Brief dar.
Einen Verkauf des Unternehmens, um das eingenommene Geld zu spenden, habe er ausgeschlossen, weil dann nicht sicher wäre, ob «ein neuer Eigentümer unsere Werte beibehalten oder unser Team von Mitarbeitern auf der ganzen Welt weiter beschäftigen würde».
Die Firma an die Börse zu bringen, schätzt Chouinard gar als «Katastrophe» ein: «Selbst börsennotierte Unternehmen mit guten Absichten stehen zu sehr unter dem Druck, kurzfristige Gewinne auf Kosten der langfristigen Vitalität und Verantwortung zu erzielen.»

Stiftung und Umwelt-Kollektiv

Deshalb habe er sich für die Einrichtung einer Stiftung entschieden, die «zum Schutz der Werte des Unternehmens gegründet wurde». Diese erhalte alle stimmberechtigten Aktien, während sämtliche nicht stimmberechtigten Aktien an das «Holdfast Collective» übergeben wird, «eine gemeinnützige Organisation, die sich der Bekämpfung der Umweltkrise und dem Schutz der Natur verschrieben hat».

Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

Chouinard hatte Patagonia vor 50 Jahren gegründet und von einem Hersteller für Bergsteigerausrüstungen zu einem weltbekannten Brand für Outdoor-Bekleidung und -Accessoires mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch getrimmt. Früher als andere begann die Firma, auf umweltfreundliche Materialien und Herstellung sowie auf Recycling zu setzen.
Der jährliche Umsatz des Konzerns wird auf rund 1,5 Milliarden Dollar geschätzt. Er beschäftigt um die 2000 Personen.
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