Ricardo wird ein Fall für den Preisüberwacher

Die Tauschbörse erhöht ihre Gebühren. Der Konsumentenschutz findet, dass sie ihre Marktmacht wohl allzu sehr ausspielt.

25.08.2022
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ricardo.ch, Screenshot.
Ricardo hebt die Gebühren an: Ab nächstem Monat steigt die Erfolgsprovision von 9 auf 10 Prozent. Auch wird der Maximalbetrag der Gebühren von 190 auf 290 Franken erhöht. Zuletzt setzte die Tauschbörse ihre Preise im Jahr 2018 hoch, die letzte Steigerung davor geschah im Jahr 2014.
Der Konsumentenschutz findet nun: Ricardo übertreibt. Die Stiftung wendet sich an den Preisüberwacher und fordert ihn auf, die Gebührenerhöhung von Ricardo zu überprüfen.

«Zentrale Rolle»

Damit stellt sich auch die Frage, wie marktmächtig die Plattform denn ist – denn nur dann kann Preisüberwacher Stefan Meierhans überhaupt eine Senkung verfügen.
Ricardo ist zweifellos der beliebteste C2C-Marktplatz in der Schweiz – in einer Befragung nannten ihn 80 Prozent der Konsumenten vor tutti.ch (52 Prozent), ebay.ch (49 Prozent) und anibis.ch (40 Prozent). In einigen Produktkategorien wird es als Must eingestuft (mehr).
«Klar ist, dass Ricardo, bzw. die Besitzerin TX Group, eine zentrale Rolle im Geschäft mit Tauschbörsen und Kleinanzeigen spielt», argumentiert der Konsumentenschutz.

Elephant in the middle

Im Hintergrund steht, dass inzwischen auch tutti.ch zum gleichen Konzern gehört. Und sowohl tutti.ch als auch Ricardo wurden letztes Jahr in eine gemeinsame Sammelgesellschaft überführt, die auch anibis.ch besitzt: Die Swiss Marketplace Group ist im gemeinsamen Besitz von TX Group, Ringier, der Mobiliar sowie der Investmentfirma General Atlantic und betreibt neben den genannten Tauschbörsen auch die Scout24-Gruppe, Homegate und Car For You.
Ricardo begründet die Preiserhöhungen mit Investitionen in die Plattform und ins Marketing.
  • Zum Thema: Zusätzliche Stelle für den Preisüberwacher.
  • e-commerce
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