US-Grossbank erwartet schwere Zeiten für Europas Konsumgüter-Konzerne

Morgan Stanley senkt die Kursziele für Titel wie Nestlé, Unilever und Henkel.

28.06.2022
image
Wollen die Leute sich das noch leisten? Nestlé-CEO Mark Schneider präsentiert in einem Fachinterview der IMD pflanzenbasierte Produkte |  Screenshot Youtube
  • food
  • industrie
Die New Yorker Investmentbank Morgan Stanley hat eine Studie zu den Aussichten der Konsumgüter-Aktien veröffentlicht. Und das dort gezeichnete Bild erscheint eher düster.
Denn eigentlich gelten Aktien wie Nestlé oder Unilever in unklaren Zeiten wie diesen als solide Rückzugswerte – doch für einmal könnten sie auch von schweren Erschütterungen betroffen sein.
Konkret warnt Analystin Pinar Ergun davor, dass den klassischen Konsumgüterkonzernen ein Nachfragedämpfer bevorsteht, und der sei noch nicht genügend eingepreist. Die Teuerung stelle viele Privathaushalte vor Probleme – insbesondere in den Schwellenländern –, und da sei es eine logische Folge, dass man bei den Ausgaben für Markenprodukte spart. Folglich sinken die Umsätze und die Margen.

Nestlé ist «Kerninvestment»

Und so korrigiert das neue Papier von Morgan Stanley diverse Kurserwartungen für europäische Konsumgüter-Titel nach unten.
  • Die Nestlé-Aktie senkte die Grossbank von «Overweight» auf «Equal Weight», das Kursziel reduzierte sie von 137 auf 123 Franken (Kurs am Montag: 110,60 Franken).
Die Ergebnisse des zweiten Quartals dürften zwar stark ausfallen, aber Nestlé könne das danach kaum fortsetzen, so die Argumentation. Dennoch bleibt der Konzern aus Vevey für Morgan Stanley ein «Kerninvestment» und die wichtigste Aktie im Lebensmittelbereich.
  • Unilever bleibt bei Morgan Stanley auf dem «Equal Weight»-Ranking, das Kursziel wurde allerdings von 3'800 Pence auf 3'550 Pence gesenkt (Kurs am Montag: 3'740 Pence).
  • Die Henkel-Aktie wurde von «Equal Weight» auf «Unterweight» gesenkt, das Kursziel reduzierte Morgan Stanley von 62 auf 56 Euro (Kurs am Montag: 59,85 Euro).
  • Die Aktie von British American Tobacco wurde in der neuen Studie auf «Overweight» belassen, das Kursziel wird unverändert mit 3'780 Pence angegeben (Kurs am Montag: 3'625 Pence).
  • Ebenfalls unverändert auf «Overweight» bleibt Reckitt Benckiser, das Kursziel beträgt 7'100 Pence (Kurs am Montag: 6'218 Pence).
  • Und ebenfalls als «Overweight»-Titel – und folglich mit halbwegs intakten Aussichten innerhalb der schwierigen Wirtschaftslage – erscheinen die Alkoholika-Spezialisten Diageo und Pernod Ricard sowie die Softdrink-Firma Britvic.
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Aryzta: Urs Jordi bleibt bis 2024 Konzernchef

In den letzten zwei Jahren bewies sich Urs Jordi beim Backwaren-Konzern als Sanierer. Das hat Folgen.

image

Aryzta: Nach fünf Verlustjahren endlich wieder Gewinn

Wer wegen der Energiepreise mit einer Enttäuschung gerechnet hatte, wurde vom Gipfeli-Spezialisten aus Schlieren positiv überrascht.

image

Mammut: Felix Münnich wird Chief Commercial Officer

Der neue oberste Verkaufsstratege des Schweizer Outdoor-Ausrüsters kommt von Nike.

image

Inflation in der Schweiz rückläufig

Insbesondere bei den Lebensmitteln bleibt die Teuerung weiterhin in einem begrenzten Rahmen.

image

Hier sehen Sie Europas beste Karton-Verpackungen

Die Preisträger des «European Carton Excellence Award 2022» zeigen es wieder mal: Genial ist, was simpel ist.

image

«Sie werden von uns noch viele Efforts sehen»

Nestlé-Chef Mark Schneider äusserte sich erstmals seit der Lancierung von Coffee B zur Zukunft der Nespresso-Kapseln.