Wieder Streiks bei Aryzta in Deutschland

Der Schweizer Backwaren-Konzern wird seit Sommer wiederholt durch Warnstreiks lahmgelegt.

6.12.2023
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Gewerkschafter vor dem Aryzta-Werk in Nordhausen, Anfang November 2023 |  Bild: DGB / NGG / Olaf Klenke
Die Aryzta-Werke in Nordhausen und Eisleben in Ostdeutschland wurden zu Wochenbeginn von einem Warnstreik lahmgelegt. «Fast alle Produktionslinien kamen zum Stillstand», meldete die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.
Bereits Anfang November war der Schweizer Backwaren-Konzern in Sachsen-Anhalt und Thüringen bestreikt worden. Insgesamt beschäftigt Aryzta knapp 1400 Personen an den beiden Standorten.
Im Hintergrund steht, dass derzeit Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag laufen. Die Gewerkschaft NGG hatte das alte Abkommen im Sommer gekündigt.

«Kämpfen lohnt sich»

Die jetzigen Streiks kommen für Aryzta allerdings «überraschend», so ein Firmensprecher gegenüber der «Thüringer Allgemeinen»: Immerhin sei für den 12. Dezember ein weiterer Verhandlungstermin geplant und zuvor vereinbart worden sei, bis zum Ende dieser Woche ein Arbeitgeberangebot vorzulegen.
Konkret fordern die Angestellten derzeit – unter anderem – höhere Zuschläge, ein dreizehntes Monatsgehalt, mehr Urlaub und Entlastungen für Schichtarbeit.
Im Sommer hatte eine Streikwelle bei Aryzta «den Beschäftigten einen grossen Tariferfolg beschert», so die Interpretation des NGG damals. Dabei versprach Aryzta, die Löhne der untersten Lohngruppe ab 2024 auf 13 Euro zu erhöhen. Der Schritt betreffe etwa 800 Angestellte. «Es muss endlich Schluss gemacht werden mit dem Niedriglohnstandort Ost», kommentierte Jörg Most, Geschäftsführer der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau, die Vorgänge bei Aryzta: Kämpfen lohnt sich, das ist die Botschaft.»
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