Liebe AI: Wie lanciert man einen Softdrink?

Unser neues Format: Einmal pro Woche stellen wir Künstlichen Intelligenzen Aufgaben aus dem FMCG- und Detailhandels-Alltag. Folge 1: Das Gurkenwasser.

24.03.2023
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Ein Softdrink aus Gurken: So stellt die AI Dall-E das dar.
Ein Prompt ist ein Input, mit dem Menschen versuchen, aus generativer Künstlicher Intelligenz etwas herauszukitzeln.
Beginnen wir unseren «Prompt der Woche» mit einem simplen Beispiel: Eine Aufgabe für ChatGPT. Das System ist einfach zu bedienen und in aller Munde. Unser Test dreht sich um ein neues Getränk.
Wie würde ChatGPT einen Call-To-Action für einen neuen, unbekannten Softdrink formulieren?
Das haben wir gefragt – mit der Aufforderung, der Spruch könne durchaus auch frech sein.
Die Antworten trafen nach 45 Sekunden ein:
1. «Teste den Unterschied. Teste (Name des Drinks) heute!»
2. «Bist du bereit für den nächsten Schluck? Teste (Name des Drinks) jetzt!»
3.«Durst? Lösch ihn mit (Name des Drinks).»
4. «Sitz nicht einfach da, trink etwas Besonderes. Versuch (Name des Drinks).»
5. «Das Leben ist kurz. Trink etwas Feines. Versuche jetzt (Name des Drinks).»
6. «Willst du dich frisch fühlen? Versuche (Name des Drinks). Deine Geschmacksnerven werden es dir danken.»
Naja, geht so. Es gab noch ein paar andere Vorschläge, aber lassen wir das: Vorerst werden Werbetexter nicht verdrängt. Immerhin können sie von solchen Vorlagen aus auf neue Ideen kommen.
Vor allem: Es wird schon noch wird besser.
Denn wir sagten uns: Vielleicht müsste das künstliche Wesen auch wissen, um was für eine Art Drink es sich handelt? Dazu die nächste Aufgabe:
Wie würdest Du einen biologischen Softdrink mit Gurkengeschmack nennen?
Die Antworten kamen nach einer knappen Minute, mitsamt Erklärung:
1. Cuke Quencher (auf deutsch etwas wie: Gurkenlöscher, Red.). Dieser Name betont die durstlöschenden Qualitäten des Produkts.
2. Cool Cucumber: Der Name hebt die kühlenden und beruhigenden Eigenschaften der Gurke hervor.
3. Serenity Sip: Dieser Name weckt Erinnerungen an Ruhe und Entspannung, die mit dem natürlichen Geschmack des Drinks verbunden werden könnten (Serenity bedeutet Gelassenheit).
4. Cucumber Chill: Dieser Name spielt mit der Idee, dass man sich mit einem erfrischenden Getränk auch innerlich abkühlt; das Wort «chill» kann auch auf die biologischen und natürlichen Eigenschaften des Produkts verweisen.
5. Garden Fresh: Hier werden die biologischen und natürlichen Zutaten stärker betont – und zudem der erfrischende Geschmack der Gurke.
6. Cuke Fusion: Dieser Name spielt mit der Idee einer Vermischung von Geschmäckern; das Wort «Cuke» ist eine spielerische Art, Gurke (englisch: Cucumber) abzukürzen.
7. Simply Cucumber: Hier wird die Einfachheit und Reinheit der Zutaten herausgearbeitet. Das Wort «simply» deutet auch eine unkomplizierte und ehrliche Geschmackserfahrung an.
8. Crisp Cucumber: Dieser Name akzentuiert, dass Gurken knackig und erfrischend zugleich sind. Auch hier findet eine Verknüpfung zu den natürlichen Qualitäten des Drinks statt.
9. Cucumber Splash: Dieser Name betont die belebenden Qualitäten des Getränks, und das Wort «Splash» («Spritzer») lässt an eine Explosion von Geschmäckern denken.
Kompliment, liebe AI!
Natürlich sind auch dies keine perfekten Lösungen. Doch wenn man bedenkt, dass unser Marketingtexter-Kollege ChatGPT all diese Vorschläge im Nu hingerattert hat – dann ahnt man, welche Möglichkeiten sich hier eröffnen.
Ein weiterer Marketing-Versuch, diesmal für den Online-Handel. Wir fragen das System, was es tun würde, um neue Abonnenten zu gewinnen für den Newsletter einer E-Commerce-Firma.
Die Antworten:
1. Biete einen Anreiz: Offeriere etwas, wenn man sich anmeldet, z. B. einen Rabatt auf den ersten Einkauf, ein Geschenk bei der Anmeldung oder exklusiven Zugang zu Sonderangeboten und Werbeaktionen.
2. Optimiere den Anmeldeprozess: Gestalte den Prozess einfach und unkompliziert. Halte das Formular kurz, frag nur nach wesentlichen Informationen. Und mache deutlich, was Abonnenten von Ihrem Newsletter erwarten können.
3. Bewirb den Newsletter: Stelle sicher, dass der Newsletter prominent auf der Website und den Social-Media-Seiten auftaucht. Verwende Pop-ups oder Banner, um Besucher zum Abonnieren zu animieren.
4. Offeriere guten Content: Biete den Newsletter-Abonnenten Inhalte, die sie anderswo nicht finden können, etwa Insidertipps, Produktbewertungen oder exklusive Werbeaktionen. Stelle sicher, dass der Inhalt auch relevant ist für die Interessenten: Er sollte sie ermutigen, immer wieder auf die Website zurückzukehren.
5. Personalisiere den Newsletter: Verwende Abonnentendaten, um den Inhalt des Newsletters persönlicher zu machen. Erwäge die Verwendung dynamischer Inhalte oder segmentiere, um den Newsletter auf verschiedene Kundengruppen zuzuschneiden.
6. Nutze soziale Medien: Verwende soziale Medien, um für den Newsletter zu werben und die Leute zu ermutigen, sich anzumelden. Teile Links zum Anmeldeformular auf Social-Media-Plattformen und ermutige Deine Follower, sich anzumelden.
7. Setze bezahlte Werbung ein: Erwäge Werbung, um den Newsletter einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Richte die Anzeigen auf Personen aus, die wahrscheinlich an den Produkten und Dienstleistungen Ihres E-Commerce-Handels interessiert sind.
Wir würden sagen: Das ist State of the Art – also korrekt und in Ordnung, aber es fehlt noch an Kreativität und Pfiff.
Doch vielleicht liegt das an der Qualität des Prompt – also unseres Inputs?
Wir arbeiten daran. Und hoffen: Im nächsten Prompt der Woche erhalten Sie noch kreativere Vorschläge. Bis dann!
  • Verwendete AI-Tools: ChatGPT (Basisversion), Dall-E2.
  • Kosten: Keine. Basisversionen gratis.
  • Anmeldung? Ja, nötig.
  • Dauer der Arbeit mit den Tools: circa 15 Minuten.



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