Albert Heijn macht die Einkaufswagen wieder bargeldlos

Erinnern Sie sich noch? Früher bekam man den Trolley ohne Münzpfand. Hollands grösste Supermarktkette findet: Das geht doch auch heute.

24.08.2022
image
Bye-bye, Münzschlitz: Wägeli mit Einwurf von Albert Heijn | Bild: PD Albert Heijn
  • handel
  • shop design
Kunden von Albert Heijn sind es schon seit der Covid-Pandemie gewohnt: Aus hygienischen Gründen wechselte Hollands grösste Supermarktkette 2020 das Regime, Einkaufswagen konnten nun benutzt werden, ohne dass man sie zuvor mit einer Münze auslösen musste. Nun schafft das Unternehmen die Pfandschlösser ganz ab.
«Wir haben während der Corona-Pandemie gesehen, dass es ohne Münzen eigentlich ganz gut geht», sagte ein Sprecher von Albert Heijn gestern gegenüber der Zeitung «De Telegraaf». Es seien in dieser Zeit auch nicht mehr Wägeli verschwunden. Das sei 1985 der Grund gewesen, das System einzuführen.
In Holland werden heutzutage meist keine Geldstücke mehr verwendet, sondern Plastikscheibchen. Mit der Abschaffung, so Albert Heijn, lasse sich also auch viel Plastik einsparen.

Anachronistische Pfandschlitze

Zudem erscheinen die Wägeli mit Pfandschlitz heute anachronistisch, wenn man die letzten Innovationen in diesem Bereich betrachtet. So hat etwa Wanzl, der deutsche Pionier in der Herstellung von Einkaufswagen, unlängst ein «digitales Pfandschloss» entwickelt, das über ein «Ökosystem» an eine Datencloud angeschlossen werden kann. Es wird via App geöffnet und geschlossen.
Gleichzeitig testen verschiedene Unternehmen wie Amazon oder die dänische Discount-Kette Netto intelligente Einkaufswagen, die helfen, die gewünschten Artikel im Laden zu finden, wenn nötig zu wiegen, und den Einkauf beim Self-Checkout automatisch zu bezahlen (mehr hier).
Präsentations- und Test-Film des Amazon-Trolleys
Die neuen, mit einem Chip ausgestatteten Wägeli sind zudem diebstahlsicher. Denn sie übermitteln ihre aktuelle Position dauernd dem Detailhändler, was manchen potentiellen Dieb davon abhalten wird, eine Entführung zu wagen.
Und schliesslich sind Versuche mit Wagen im Gange, die beim Verlassen der Filiale oder des Geländes die Räder blockieren. Im Einsatz stehen sie zum Beispiel in einigen Rewe-Filialen in Deutschland – um Warendiebstähle zu verhindern (mehr hier).

Ende eines Werbegeschenks

Eine Träne wird bei dieser Nachricht einzig die Branche für Werbegeschenke verdrücken. Denn wie in Holland verwenden auch hierzulande viele Einkäufer Wagenchips aus Kunststoff oder Metall, die sie als kleine Kundengeschenke erhalten haben und gut am Schlüsselbund hüten, falls gerade mal kein Geldstück zur Hand ist.
image
Noch nicht erhältlich: Konsider-Wägelipfand

Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Neue Deklarationspflichten für Gastro und Detailhandel

Bei Backwaren muss künftig das Produktionsland schriftlich ausgewiesen werden – selbst bei geschnittenem Brot oder Kuchen im Café.

image

Heute shoppt man lieber am Dienstag und Mittwoch

Der Corona-Effekt scheint längerfristig zu wirken. Offenbar werden nun auch Lebensmittel verstärkt online bestellt. Allerdings nicht von allen.

image

Recruiting: Detailhändler stellt Bewerbungs-Terminals in die Filialen

Shopping plus Jobping: Der Kaufland-Konzern bietet seinen Kunden beim Einkauf gleich auch Stellen an.

image

Bitcoin im Alltag: Valora bringt ein Wallet an die Kioske

Mit einer neuen Karte kann man die Kunstwährung leichter und zum Tageskurs handeln.

image

Noch mehr M-Checks – jetzt beim Fisch

Die Migros weitet ihr M-Check-Labeling mehr und mehr aus. Nun gibt es die Sterne für Fisch und Meeresfrüchte.

image

Die Service Champions im Schweizer Handel

Was verbindet Volg, die Bäckerei Steiner, das Warenhaus Loeb und Brack.ch? Offenbar: guter Service.