Bericht: Fusion von Aldi Süd und Aldi Nord wird konkret

Mit einem Zusammenschluss der beiden Discounter-Familien entstünde ein Konzern mit etwa 115 Milliarden Euro Umsatz.

26.06.2023
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Aldi-Nord-Store am Festival «Deichbrand» in Norddeutschland  |  Bild: PD
Das Gerücht, dass die beiden Familienbetriebe Aldi Süd und Aldi Nord wieder zusammengehen, kommt immer wieder mal auf. An diesem Wochenende aber lieferte das «Manager Magazin» einen recht konkretes Szenario in einem «Inside-Bericht» und beruft sich dabei aufs Umfeld der Besitzerfamilien.
Danach hätten Aldi Süd und Aldi Nord bereits die Grundstrukturen einer gemeinsamen Holding skizziert, die am Ende beide Konzerne halten soll. Beide Zweige wären gleichberechtigt daran beteiligt und im Aufsichtsrat vertreten – zusammen mit einigen externen Mitgliedern.
Eine Einschätzung des Kartellamts liege auch schon vor: Sie habe ergeben, dass solch eine Fusion bewilligungsfähig wäre.

Sauberer Schnitt

Aldi wurde nach dem zweiten Weltkrieg von den Brüdern Theo und Karl Albrecht aus einem Lebensmittelgeschäft in Essen entwickelt und als Discounter gross gemacht. 1961 vereinbarten die verschwiegenen Brüder die Trennung in Aldi Süd und Aldi Nord, mit der Konzentration auf entsprechende Gegenden Deutschlands.
Heute sind die Discount-Riesen auch in unterschiedlichen Ländern tätig. Aldi Süd findet sich unter anderem in der Schweiz, in Österreich, Italien, Großbritannien, den USA und Australien. Aldi Nord expandiert beispielsweise in Polen, Spanien, Dänemark, den Niederlanden oder Frankreich.

12'000 Filialen

Ein Punkt, der zu klären wäre, ist das doch etwas unterschiedliche Grössenverhältnis: Aldi Süd führt mit etwa 150'000 Mitarbeitern mehr als 6500 Supermärkte. Aldi Nord hat rund 60'000 Angestellte und gut 5100 Filialen weltweit. Hier kommt allerdings noch die US-Tochter «Trader Joe's» mit gut 500 Niederlassungen hinzu. Insgesamt käme die Süd-Nord-Holding auf einen Umsatz von 115 Milliarden Euro, schätzt das «Manager Magazin».
Im Ranking der weltgrössten Einzelhändler stünde die gemeinsame Aldi etwa auf Rang 6 – allerdings immer noch hinter der Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland).
Da sich die beiden Unternehmen bedeckt halten zu den Plänen (und wie üblich nichts davon wissen wollen), ist auch unklar, was mit der Fusion bezweckt wird. Allerdings lassen sich viele Vorteile leicht erahnen: zum Beispiel eine stärkere Einkaufsmacht und ein einheitlicheres Sortiment, was wiederum weitere Preissenkungen ermöglicht. Oder auch weniger technologische Zweispurigkeit – also noch mehr Effizienz.
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