Bell-Partner Mosa Meat ruft Regierungen zu Investitionen auf

Die holländische Pionier-Firma für kultiviertes Fleisch fordert einen gemeinsamen Effort von Politik, Food-Industrie und Wissenschaft.

22.12.2022
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Mark Post, Mitgründer von Mosa Meat | Bild: PD Mosa Meat
In einem ungewöhnlichen Schritt ruft das holländische Jungunternehmen Mosa Meat Regierungen, Nahrungsmittelhersteller und die Wissenschaft zu verstärkten Investitionen in die Entwicklung von kultiviertem Fleisch auf.
Die Coop-Tochter Bell Foods ist massgeblich an Mosa Meat beteiligt und hat diesen Sommer weitere 5 Millionen Euro in das Startup gepumpt. Das holländische Unternehmen hatte 2013 den ersten geniessbaren Burger aus In-Vitro-Produktion entwickelt.

«Entwicklung beschleunigen»

Am Dienstag richtete sich Mosa Meat in einem offenen Brief an verschiedene «Akteure, darunter Regierungen und Organisationen der Lebensmittelindustrie». Sie werden aufgefordert, «einen Beitrag zu bestimmten Teilen der entstehenden Wertschöpfungskette beizutragen, um die Entwicklung der Branche zu beschleunigen».
Der verklausulierte Inhalt des Hilfeaufrufs: Jetzt geht es um die Wurst in der Frage, wer im neuen Industriesektor – der Produktion von marktfähigem «kultiviertem» Fleisch – die Nase vorne hat.

Singapur macht vorwärts

Seit einigen Monaten zeichnet es sich ab, dass Singapur mit schnellen regulatorischen Schritten bald schon eine Zulassung von künstlich gezüchtetem Fleisch ermöglichen wird. Es könnte eine Frage von Wochen sein, bis dort die ersten Labor-Hamburger, -Crevetten und -Pouletbrüstli verkauft und konsumiert werden.
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In der EU und den USA reagieren die Behörden langsamer, und so fürchten da die Neo-Fleisch-Entwickler Nachteile gegenüber ihrer asiatischen Konkurrenz. Immer häufiger schliessen sie deshalb Kooperationen mit Startups und Forschungsinstituten in Singapur ab, das in den neuen Technologien eine Vorreiterrolle einnimmt.
Das Wädenswiler Jungunternehmen Mirai Foods etwa hat im August eine Zusammenarbeit mit dem Konzern Gaia Foods aus dem asiatischen Stadtstaat beschlossen. Prompt konnte es drei Monate später einen Auftrag vom deutschen Konzern Rügenwalder Mühle für die Entwicklung und Produktion von kultiviertem Rinderfett ergattern.
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