Der Einkaufswagen wird zur mobilen Kasse

Eine amerikanische Supermarktkette führt einen neuartigen Self-Checkout-Trolli ein.

25.05.2022
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1 Wagen, 1 Scanner, 1 Pay-Terminal, 1 Chip, 1 Waage: Trolli von Veeve | Bild: PD
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  • handel
Die Selbstzahl-Technologie ist in einem stetigen Fluss, und jetzt geht die grosse amerikanische Supermarkt-Kette Albertsons den nächsten interessanten Schritt: Nach zwei Jahren mit einzelnen Pilotprojekten weitet das Unternehmen den Einsatz von Bezahl-Einkaufswagen aus. Sie sollen nun konsequent ausgerollt werden.
Worum geht es? Wer so einen Einkaufswagen benutzt, muss am Ende gar nicht mehr an der Kasse vorbei – sondern er hat schon auf dem Weg durch die Gänge das Bezahl-Terminal angehängt.

Ein Wagen mit Waage

Man wählt also die Ware, zieht sie am Scanner vorbei – und rein in das Wägelchen. Dort befindet sich am Boden eine Waage: Man muss also nur noch im Touchscreen eingeben, welches Gemüse gerade hineinkommt; dann berechnet das Gerät aus der Gewichtsdifferenz den Preis.
Die Einkaufssäcke gibt es dann beim Eingang statt beim Ausgang (damit man die Ware schon im Trolli einfüllen kann). Am Ende stösst man den Wagen direkt ans Auto beziehungsweise zum Kofferraum – eine ideale Sache insbesondere fürs amerikanische Grosseinkaufs-Verhalten.
Und falls Langfinger begeistert sein sollten von dem Wägelchen oder seinen Terminals: Ein Chip gibt stets an, wo das Ding steht.

Vom Wagen zum Wagen

Der Bezahl-Rolli wurde entwickelt von Veeve, einem Startup aus Seattle, das von ehemaligen Amazon-Kaderleuten gegründet worden war. Die Idee scheint eigentlich simpel; im Prinzip braucht es nur die üblichen Scanner und Terminals in einer tragbaren (respektive rollbaren) Form. Und die Waage macht die Sache dann noch praktischer.
Ein für diese Anwendung wichtiger Fortschritt: Man kann ein Produkt recht leicht wieder ins Regal zurücklegen und von der Kassen-Liste streichen – einfach indem man den Barcode nochmals durch den Scanner zieht.
Erklärvideo zum Veeve AI Shopping Cart.
«Veeve Smart Carts bieten ein anspruchsvolles und trotzdem einfaches Self-Checkout-Erlebnis für Menschen, die Wert auf Flexibilität und Zeitersparnis legen», erklärt eine Albertsons-Managerin die Wahl.
Ein Fall auch für unsere Breitengrade? Gewiss. In Deutschland experimentiert die Edeka-Genossenschaft Minden-Hannover bereits in gut hundert Läden mit einem ähnlichen Gefährt.
Der Edeka-Smart-Trolli im Test der ProSieben-TV-Sendung «Galileo».

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