Der Papierkapsel-Nespresso kommt im Frühling in die Schweiz

Nach der kompostierbaren Kapsel «Neo» von Nescafé startet Nestlé gleich den nächsten Recykling-Angriff auf CoffeeB.

21.11.2022
image
Bild PD
  • food
  • industrie
  • kaffee
  • nestlé
Vor wenigen Tagen gab Nestlé bekannt, dass es kompostierbare Kapselhüllen auf den Kaffemarkt bringt: Die Packung ist auf Papierbasis, die Kapseln werden unter dem Namen «Neo» verkauft und passen zum Nescafé-System Dolce Gusto.
Der erste Test läuft nun in Brasilien, parallel dazu läuft die Planung zum Start in anderen Märkten.
Nun kommt Nespresso mit einer ähnlichen Ankündigung: Im Frühjahr lanciert Nestlés Kapseltochter ein Produkt – ebenfalls mit einer heimkompostierbaren Kaffeekapsel auf Kaffeebasis.

Frankreich und Schweiz als Testmärkte

«Die offizielle Lancierung ist im Frühjahr 2023 geplant – zunächst in zwei Testmärkten, in der Schweiz und in Frankreich», sagte Nespresso-Chef Guillaume Le Cunff in einem Interview mit dem «Blick»: «Am Anfang werden vier neue Mischungen in diesen Kapseln verfügbar sein, darunter ein Biokaffee.»
Noch 2023 sollen dann auch weitere europäische Länder in Angriff genommen werden. Die Kapseln werden zunächst nur im Nespresso Original-System funktionieren; in den folgenden zwei Jahren sollten sie dann für die Systeme Vertuo und Nespresso Professional einsetzbar sein.

70 Prozent weniger Gewicht

Bei «Neo» rechnete Nestlé vor, dass die Papier-Lösung im Vergleich zu den Alu-Kapseln eine Gewichtsreduktion von 70 Prozent ermögliche.
Den Aromaschutz gewährleistet bei beiden Systemen ein Biopolymer, das dünner als ein Haar und ebenfalls kompostierbar sei. Biopolymere bestehen meist aus Cellulose oder Zuckerarten (etwa Stärke).
Die papierbasierten Hülsen von Nespresso sind – wie zuvor jene der Nescafé-Linie «Neo» – von der Prüforganisation TÜV Austria als für die Heimkompostierung geeignet zertifiziert. In diversen Ländern (darunter dem Testmarkt Frankreich) könne man sie einfach übers Bioabfall-System entsorgen.
image
Kompostierbare Kapseln der Linie «Neo» von Nescafé Dolce Gusto in Brasilien   |   PD Nestlé.
Wie Guillaume Le Cunff im «Blick» sagte, werden die neuen Nespresso-Papierkapseln im bestehenden Werk in Orbe hergestellt. Auf Aluminiumkapseln will das Unternehmen auch in Zukunft nicht verzichten: «Es handelt sich um eine Erweiterung unseres Angebots. Der Kunde soll entscheiden, was für ihn richtig ist.»
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

EU will dem Verpackungsmüll an den Kragen gehen

Mit der neuen Verpackungsordnung sollen durch Vorgaben und Ziele Abfälle vermieden und Mehrweglösungen gefördert werden. Umweltschützer kritisieren sie als zu wenig ehrgeizig.

image

Kosmetik: Möchten Sie Aesop?

Offenbar ist derzeit eine Beteiligung an der gepflegten Kosmetikmarke zu haben.

image

Fettleibigkeit: Sind Aromen der nächste Zucker?

Ein Überblick des wissenschaftlichen Forschungsstandes nährt die These, dass Aromastoffe den Trend zum Übergewicht begünstigen können.

image

Inditex und BASF entwickeln Waschmittel gegen Mikroplastik

Die spanische Zara-Mutter und der deutsche Chemiekonzern lancieren ein Produkt, das die Mikroplastik-Absonderungen beim Waschen senken soll.

image

Möbel statt Mode: Modissa-CEO wechselt zu Horgenglarus

Marc Huber – ehemals auch Calida- und Jelmoli-Manager – übernimmt im Februar die Geschäftsführung des Möbelherstellers.

image

McKinsey: Modebranche muss sich warm anziehen

Der Titel der Studie sagt alles: «Festhalten am Wachstum, wenn sich global die Wolken zusammenziehen.»