Deutsche On-Händler klagen über Rückzug der Marke

Der Schweizer Sportschuhhersteller On strafft in Deutschland sein Händlernetz. Verkäufer müssen teils auf zweistellige Umsatzanteile verzichten.

12.05.2023
image
On-Alltagsschuhe | Bild: PD On
Wie positioniert sich On, der Schweizer Schuh-Shooting-Star, im Fachhandel? Will die Marke vor allem auf Sport machen? Oder sollen auch die Freizeitler weiterhin angesprochen werden?
Wer sich an den Füssen der Schweizer umsieht, bekommt mitunter den Eindruck, dass On-Schuhe eine Art Alltagstreter sind. «Rogers» Sneakers, sozusagen, da der Publikumsliebling Roger Federer Anteilseigner bei «On» ist.
Doch offenbar will das Zürcher Unternehmen On Running zukünftig auf die Sparte Sport fokussieren. So ist jedenfalls der teilweise Rückzug des Herstellers aus dem «gewöhnlichen» Schuhhandel in Deutschland zu interpretieren.
Mehr zu On
Obwohl die Schweizer Marke etwa im Lieferantenranking des Händlernetzwerks ANWR Group im Aufsteigen begriffen ist, zieht sie sich von Schuhhändlern ohne «starke Kompetenz in den Bereichen Sport Performance oder Active Lifestyle» zurück. Das meldet das Fachmedium «Textilwirtschaft» unter Berufung auf Recherchen des «Schuhkuriers». Dieser fragt im Namen der Händler bange: «Verabschiedet sich On vom Schuhhandel?»
On antwortet darauf: «Wir überprüfen regelmässig unsere Vertriebskanäle, um sicherzustellen, dass sie mit dieser Strategie übereinstimmen.» Die «Textilwirtschaft» schliesst daraus, dass damit «der klassische Schuhfachhandel raus» sei. Zitiert wird der Schuhhändler Friedrich Werdich, der unter diesem Namen 37 Geschäfte in Süddeutschland betreibt: «Das ist schade, denn wir mögen die Firma sehr und das Fabrikat war bei den Kunden sehr begehrt. Deshalb hat uns die Nachricht getroffen. Die Marke wird uns fehlen.»

Sehr profitables Sortiment

Im Händlernetz der ANWR Group vertreiben zurzeit 70 von 1'200 Unternehmen die On-Palette. Darunter seien Häuser, bei denen On für einen niedrigen zweistelligen Umsatzanteil steht. «Und das mit sehr profitablen Produkten, die mit 150 Euro einen hohen Durchschnitts-V(erkaufspreis) und eine geringe Abschriftenquote von weniger als 5 Prozent haben», erklärt Tobias Eichmeier, Vorstand der ANWR Group.
Seine Anregung an «On»: «Warum entwickelt On zum Beispiel nicht eine separate Kollektion für den Schuhfachhandel, wie das andere Sportmarken auch machen?» Die Änderungen im deutschen Vertriebsnetz sollen ab der kommenden Orderrunde für Frühjahr 2024 greifen.
  • bekleidung
  • sport
  • handel
  • industrie
  • non-food
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Diese Standorte sucht Rossmann in der Schweiz

Der deutsche Drogeriemarkt-Konzern will in Shopping-Center, aber auch in Quartierzentren – und gern auch in ländliche Gegenden.

image

Jetzt offiziell: Nutella kommt vegan

Im Herbst wagt Ferrero einen Neu-Start des 60 Jahre alten Produkts.

image

Drogerieriese Rossmann kommt in die Schweiz

Der Markteintritt des zweitgrössten Drogisten-Konzerns in Europa soll im Winter erfolgen.

image

Läderach: Neue Chefinnen für Marketing, HR, Kommunikation

Damit wird auch die Geschäftsleitung des Glarner Schokolade-Spezialisten erweitert.

image

Nestlé: Eigene Marke für Wegovy-Nutzer

Die Produkte der Marke «Vital Pursuit» sollen den Kunden von Appetitzüglern zu wichtigen Nährstoffen verhelfen.

image

Auch Emmi versenkt den Nutri-Score

Erst kürzlich sollte das Ampelsystem noch per Gesetz durchgedrückt werden. Jetzt wirkt es zunehmend ungeniessbar.