Die Frühstücks-Kreislaufwirtschaft von Nestlé

Bei der Herstellung von Dünger entstehen gewaltige Mengen an Treibhausgasen. Die Food-Riesen Nestlé und Cargill gehen das Problem nun gemeinsam an.

11.09.2023
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Doppelt nützlich? Kakaobohnen in Kakaoschalen  |  Bild: Rudolf Fanchini / Wikimedia Commons.
Verwandle Kakaoschalen in Dünger, dünge damit Weizenfelder und mach aus dem Weizen wiederum Frühstücksflocken: Diesen Dreischritt testet Nestlé nun bei einem Pilotprojekt in Grossbritannien. Dabei arbeitet der Konzern mit dem Agro-Handelsriesen Cargill sowie mit der britischen Cleantech-Firma CCm Technologies zusammen.
Noch ist es eine kleine Sache: Beim Projekt werden die Kakao-Abfälle der Nestlé-Schokoladenfabrik in York in ein Düngemittel verwandelt, welches in Produktion und Ausbringung möglichst wenig CO2 generiert. In den nächsten zwei Jahren prüfen die drei Partner auf zwei Bauernhöfen in Suffolk und im Northamptonshire, ob der Kakao-Fertilizer effizient genug ist, wie er den Boden verändert – und wie stark sich damit Treibhausgase vermeiden lassen.
Falls das Resultat die Hoffnungen bestätigt, könnte Nestlé mit den Kakao-Überbleibseln alleine schon seiner britischen Fabriken bis zu 7'000 Tonnen des neuen Düngers gewinnen; was wiederum etwa ein Viertel des Düngers ist, der für den örtlichen Getreideanbau für die Nestlé-Produktion benötigt wird.
Im Hintergrund steht, dass die klassische Produktion von Stickstoffdünger als sehr klimaschädlich gilt: Die globale Düngerei verursacht mehr Treibhausgase als die Luft- und Schifffahrt zusammen.
Zur Mitteilung von Nestlé, Cargill, CCM

  • «Regenerative Landwirtschaft»: Diesen Begriff sollten Sie kennen. Nestlé, Migros, Pepsi und so weiter: Ein Ausdruck aus den USA macht Karriere in der Branche – dank seiner Schwammigkeit.

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