Düngermangel: Avocados aus Peru verlieren an Qualität

In den Anden zeigt sich Mangel an synthetischem Dünger beispielhaft. Und die Lage könnte sich noch verschlimmern.

19.07.2022
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Peru exportiert jährlich Avocados im Wert von 846 Millionen US-Dollar | Bild von: Jonathan Kabugo on Unsplash
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An synthetischem Dünger mangelt es gegenwärtig auf der ganzen Welt, auch in Peru. Das Land in den Anden muss auf einen Grossteil der Importe aus Russland verzichten, von wo bisher 70 Prozent kamen. Was noch erhältlich ist, hat seinen Preis seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine vervierfacht.
Das hat Folgen für die Avocado, nach Trauben und Blaubeeren das wichtigste landwirtschaftliche Exportgut. Die Ernte der wichtigsten Sorte Hass sei zur Hälfte gefährdet, meldet die Branchenplattform «FreshPlaza».

Biodünger ist kein Ersatz

Es sei nicht so sehr die Menge an geernteten Früchten, die leiden könnte, sondern die Qualität unter der Schale.
Avocado-Bauern müssten sich deshalb überlegen, auf Sorten umzusteigen, die weniger Dünger benötigen. Diese ergeben allerdings kleinere Früchte, was sich wiederum in der Exportstatistik niederschlagen könnte.
Oder sie stellen auf Biodünger um, der im Land produziert wird. Experten halten es für sinnvoll, in der Krise auf diese Option zu setzen. Organischer Dünger wird Kunstdünger jedoch nicht kompensieren können.

Russischer Dünger fehlt

Der weltweit grösste Produzent Russland dominierte bis vor Kurzem den Handel mit den Ausgangsprodukten für synthetischen Dünger. So lieferte Putins Reich 23 Prozent aller globalen Exporte von Ammoniak und 10 Prozent des verarbeiteten Phosphats.
Weltweit fehlen heute 15 Prozent der nötigen Düngermenge, wird Svein Tore Holsether, Chef des Herstellers Yara, im «Spiegel» zitiert. Und: «Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung könnte ohne Dünger nicht ernährt werden.»
Für ihn ist klar: Die Düngerpreise werden weiter steigen und die Lebensmittel verteuern – oder verschlechtern, wie die Avocados aus Peru.
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