Die Fertigprodukte sind gesünder geworden

Eine Riesenstudie fahndete in 4500 Lebensmittel-Angeboten nach Zucker, Fett, Salz und Kalorien. Mit gutem Ergebnis.

18.05.2022
letzte Aktualisierung: 18.01.2023
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Bild: Victoria Shes on Unsplash von: on Unsplash
Fett, Zucker, Salz, Kalorien: Wie haben sich die Fertigprodukte in unseren Läden in den letzten fünf Jahren entwickelt? Dazu gibt es jetzt eine Menge Antworten. Denn das Max-Rubner-Institut in Karlsruhe untersuchte fast 4500 Artikel, die in den Läden angeboten werden; konkret fahndeten die Wissenschaftler im Auftrag der deutschen Regierung danach, wie es um Fett-, Zucker-, Salz- oder Kaloriengehalt steht.
Beim «Produktmonitoring» achtete die staatliche Forschungsorganisation insbesondere darauf, wie sich die Werte verändert haben, seit so ein Test 2016 erstmals durchgeführt wurde.
Ein spezieller Fokus lag dabei zudem bei den Kindern. Konkret: Die Forscher achteten besonders auf die Entwicklung bei Saucen, Guetzli oder Ketchups, die sich in der Aufmachung an Kinder richten.

«Produkte mit Kinderoptik»

Bei den «Produkten mit Kinderoptik», so die Bezeichnung, ergaben sich tatsächlich erfreuliche Ergebnisse: Sie weisen gegenüber vergleichbaren Produkten ohne Kinderoptik «überwiegend geringere Energie-, Fett-, Zucker- und Salzgehalte» auf; oder sie liegen zumindest im gleichen Bereich.
Laut den Daten des «Produktmonitoring 2021» enthalten Tomatenketchups mit Kinderoptik weniger Energie und Zucker als Ketchups ohne Kinderoptik. Und sie haben den niedrigsten Salzgehalt innerhalb der kalten Saucen.
  • Max-Rubner-Institut, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: «Ergebnisbericht Produktmonitoring 2021», Karlsruhe, Mai 2022. — doi: 10.25826/20220304-101425
Beim Feingebäck mit Kinderoptik fanden die Wissenschaftler – also beispielsweise Guetzli – insgesamt weniger gesättigte Fettsäuren und Zucker im Vergleich zur 2006. Allerdings fiel die Subkategorie «Waffelgebäck mit Kinderoptik» den Forschern durch eher hohe Fettgehalte auf.
Fortschritte aus Blutdruck-Sicht gab es bei den Pastasaucen: Diese haben heute im Schnitt weniger Salz als bei der Erhebung 2016. Das treffe «für die Gesamtstichprobe zu, aber auch für die Untergruppen Bolognesesoßen mit Fleisch und Tomatensoßen mit Gemüse/Pilzen», so die Studie.

Carbonara ist heute weniger fett

Weniger Energie und Fett im Vergleich zu 2016 hatten die hellen Saucen, etwa Carbonara. Bei den kalten Saucen – etwa mit Ketchup, Cocktail- und Grillsaucen – fielen die süss-sauren/süss-scharfen Saucen eher negativ auf: Sie wiesen tendenziell mehr Energie, Zucker und Salz auf als 2026. Bei Tomaten- und Gewürzketchup hingegen sank der durchschnittliche Salzgehalt.
Untersucht wurden auch ganze Fertiggerichte. Wer will, kann in der Studie die Entwicklung bei Tiefkühl-Lasagna genauso nachsehen wie bei Nasi Goreng und Bani Goreng. Hier fanden die Spezialisten bei den meisten Produkten eine Menge von als ein Gramm Salz pro 100 Gramm. «Insgesamt haben Produkte mit sehr hohem Salzgehalt eine geringe Marktrelevanz», so ein Fazit der Studie.

Veggie wird kalorienreicher

Bei den Fleischersatz- und Wurstersatz-Produkten waren die Gehalte an Energie (also Kalorien) und an gesättigten Fettsäuren in der Gesamtstichprobe 2021 signifikant höher als noch vor fünf Jahren.
Beim Feingebäck – wie Guetzli und Waffeln – machten die Hersteller eine leichte Verschiebung fest: tendenziell weniger Zucker als 2016, aber mehr Fett respektive gesättigte Fettsäuren.
Die Mehrjahres-Studie bringt bei den Fertigprodukte eine Verschiebung beim Energie- und Nährstoffgehalt ans Licht: Das Angebot «dehnt sich teilweise zu Produkten mit niedrigeren Gehalten hin aus», so die Studie, «es konnten zum Teil signifikante Verringerungen gegenüber der Basiserhebung festgestellt werden.»
Kurz: Es gibt weniger Kalorienbomben in den Regalen. «Dennoch sind weiterhin Produkte in den oberen Bereichen der Energie- und Nährstoffgehalte auf dem Markt.»
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