Frankreich: Intermarché übernimmt 100 Casino-Filialen

Der finanziell angeschlagene Detailhändler Casino befindet sich in einem Umschuldungsverfahren und verkauft einen Teil seiner Supermärkte.

30.05.2023
image
«Contact»-Filiale von Intermarché | Bild: PD Intermarché
Der stark überschuldete französische Detailhändler Casino verkauft 100 seiner Supermärkte dem Konzern Les Mousquetaires, der sie im Rahmen seines Formats Intermarché betreiben will. Gemäss dem Branchenmedium «LSA-Conso» sollen es sogar 180 Standorte sein. Insgesamt generieren die Geschäft über 1 Milliarde Euro an Umsatz.
Casino ist mit 6,4 Milliarden Euro hoch verschuldet und befindet sich derzeit in einem vom Pariser Handelsgericht zugelassenen Schlichtungsverfahren. Um schnell etwas flüssiger zu werden, stösst Casino nun einen Teil seiner über 5'000 Standorte an die Konkurrenz ab. Die abgestossenen Standorte sollen unter der Intermarché-Marke «Netto» weitergeführt werden.
Das angekündigte, maximal vier Monate dauernde Umschuldungsverfahren schickte die Aktien von Casino und dessen Muttergesellschaft Rallye auf Talfahrt. Seit Jahresbeginn hat jene von Casino einen Drittel, die Aktie von Rallye sogar zwei Drittel ihres Wertes verloren, wie die Finanzplattform «Capital.fr» schreibt.
Casino beschäftigt in Frankreich über 50'000 und weltweit über 200'000 Mitarbeiter unter verschiedenen Ladennamen und kämpft seit Jahren erfolglos um seinen Schuldenabbau. Seit einiger Zeit hat der tschechische Investor Daniel Křetínský ein Auge auf die Firma geworfen. Doch auch die französische Handelsgruppe Teract, die zum Agrar- und Lebensmittelkonrzern InVivo gehört, ist an einer Teilübernahme interessiert. An Gesprächen beteiligt ist auch die Kette Intermarché, die nun Filialen von Casino übernimmt.
Die Übernahme spült Casino sofort 100 Millionen Euro in die Kassen. Weitere 500 Millionen will Intermarché innert drei Jahren nachschiessen, um zusätzliche Standorte zu übernehmen.
  • handel
  • food
  • non-food
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Galaxus plant Logistik-Hub in Süddeutschland

Die Ausbau-Möglichkeiten in der Schweiz scheinen langsam zu eng für das Online-Warenhaus.

image

Ramseier Suisse konnte Verkaufsmenge steigern

Der Umsatz des Getränkeproduzenten stieg letztes Jahr um 4 Prozent. Ein grosses Thema für 2024: weniger Zucker.

image

Ein saurer Tropfen für die grossen Wein-Länder

Volle Lagerbestände, kantige Kunden, ein Trend zu billigeren Angeboten: Der Export von Weinen war letztes Jahr eine herbe Sache.

image

Pistor investierte 34 Millionen in Logistik-Ausbau

Das Grosshandels-Unternehmen muss stetig wachsende Bestellmengen bewältigen. Letztes Jahr lieferte es rund 119'000 Tonnen aus.

image

Barry Callebaut streicht etwa 2500 Stellen

In den nächsten Monaten will der neue CEO Peter Feld entschlossen für weniger Doppelspurigkeiten und mehr Standardisierung sorgen.

image

Decathlon baut Präsenz in den Innenstädten aus

Der Sportartikel-Riese eröffnet Filialen in Genf, Winterthur, Vevey und Granges-Paccot. Weitere neue Standorte dürften dieses Jahr folgen.