Google verzichtet auf Shopping-Marktplatz

Der US-Internet-Gigant gibt die kommissionsfreie Option «Buy on Google» auf. Der wenig attraktive virtuelle Marktplatz wurde niemals flügge.

6.07.2023
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Es gibt keine Sneakers mehr direkt über Google | Bild: PD Google
Auf dem Höhepunkt vor zwei Jahren waren es 8'000 Händler, die versuchten, Kundschaft über die Browser-Option «Buy on Google» zu erreichen. Ihre Angebote waren zumeist auch bei der Konkurrenz erhältlich – etwa auf den Marktplätzen von Amazon und Ebay.
Geringe Umsätze und ein schwammiges Profil ohne USP lässt den US-Techriesen nun seine Shoppingfunktion beenden, wie das Branchenmedium «Marketplace Pulse» berichtet.
2018 eröffnet, wurde der Marktplatz auf Googles Browser Chrome niemals wirklich flügge. Nach zwei Jahren verzichtete der Konzern sogar auf Kommissionen, um die schwachen Verkäufe anzukurbeln. Dennoch kamen die Geschäfte nicht in Gang.
Ein Grund dafür: Die Shoppingfunktion (siehe unten) war alles andere als attraktiv und hatte keinerlei Alleinstellungsmerkmale ausser einer drögen Optik.
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Google-Marktplatz-Seite | Bild: PD Google
«Wir sind kein Einzelhändler, wir sind kein Marktplatz. Und wir versuchen auch nicht, ein Einzelhändler oder Marktplatz zu sein», verriet der damalige E-Commerce-Chef von Google, Bill Ready, im Jahr 2021. Er traf damit ins Herz des Problems. «In den meisten Fällen bedeutet das, dass man auf die Website des Verkäufers klickt... Es ist nicht unser Ziel, den Nutzer unbedingt auf unserer Plattform zu halten.»
Zuvor hatten Medien berichtet, Google überlege, seinen Marktplatz zu einem veritablen Amazon-Konkurrenten inklusive vollständiger Auftragsabwicklung zu entwickeln. Mit grossem finanziellen Aufwand hätte sich Google theoretisch zu einem der wichtigsten und grössten Online-Marktplätze entwickeln können. So aber blieb das Projekt eine halbherzige Angelegenheit.
Freuen wird es die Konkurrenz (von Amazon, E-Bay und Walmart bis Digitec, Galaxus und Brack), die sich jetzt nicht mehr einen zusätzlichen Mitbewerber fürchten muss – einen, dem man viele Chancen eingeräumt hat, eine Marktmacht zu werden.
Hattip: @MarkusPeter


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