Die Grafik: So rund läuft das Geschäft der Sportartikel-Riesen

Ob Händler, ob Hersteller: Im Sportbusiness konnten die grossen Player ihre Verkäufe zuletzt massiv steigern.

4.05.2023
letzte Aktualisierung: 4.01.2024
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Der Sportartikel-Markt hat von der Pandemie profitiert. Das spanische Fachportal «Modaes» hat die Umsätze der grössten Sportartikel-Konzerne zusammengefasst – und da zeigte sich, dass Nike und Adidas beziehungsweise Intersport und Footlocker & Co 2021 gegenüber dem Jahr 2020 um 29 Prozent zulegten.
War das nicht einfach eine Erholung nach dem Covid- und Supply-Chain-Schock von 2020? Gewiss.
Doch selbst verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 lagen die Zahlen um knapp 30 Prozent höher.
Nun folgen die Zahlen zum letzten Jahr 2022 – und siehe da: Das Wachstum ging weiter. Alle grossen Anbieter legten im letzten Jahr deutlich zu. Das galt genauso für grosse Händler wie Intersport und Decathlon (je rund 18 Prozent Umsatzwachstum) als auch für dynamische Hersteller mit dem gewissen Etwas wie Puma und Lululemon (je über 25 Prozent Umsatzwachstum).
Die13 Grössten der Branche verkauften im vergangenen Jahr Waren für rund 177 Milliarden Dollar. Sie beanspruchten also deutlich mehr als die Hälfte des globalen Sportartikel-Marktes: Dieser wird auf etwa 300 Milliarden Dollar geschätzt.
Damit zeigt unsere Grafik auch einen erheblichen Konzentrations-Prozess. Vor fünf Jahren, 2017, wurde der Welt-Gesamtmarkt noch auf 255 Milliarden Dollar berechnet – während die 13 Marktführer deutlich weniger für sich beanspruchten. Gemeinsam kamen sie damals noch auf 121 Milliarden Dollar.
Unser Chart vermischt Hersteller (die auch selber verkaufen) wie Nike und Adidas mit Händlern (die teils Eigenmarken haben) wie Decathlon und Intersport. Damit stellt er die grossen Namen der Branche für einmal zueinander in ein Verhältnis.
Es gibt auch Grenzfälle wie Lululemon: Die kanadische Yoga-Wear-Firma befindet sich eigentlich in einem Spezialbereich. Nicht berücksichtigt wurde die VF Corporation (Umsatz 2021: 11 Milliarden Dollar), da sie primär Outdoor-Marken führt.
Eine Studie der Beratungsfirma McKinsey kam unlängst zum Schluss, dass wir bis 2025 mit einem jährlichen Wachstum des globalen Sportswear-Marktes von 8 bis 10 Prozent rechnen können. Womit sich das Marktvolumen auf etwa 400 Milliarden Dollar erhöhen würde.
Fürs Jahr 2022 sichtete McKinsey fünf Themen, welche die Branche besonders bewegen werden:

1. Veränderte Ansprüche der Kundschaft.

Höheres Gesundheitsbewusstsein und ein Trend zu gemeinschaftlichen digitalen Aktivitäten.

2. Social Selling

Verkauf über Social Media wird wichtiger. Auch werde der Livestreaming-Trend weiter an Bedeutung gewinnen. Und: Die Sportartikelbranche kommt im Metaverse an.

3. Zwang zur Nachhaltigkeit

Pandemie und Klimakrise schärfen das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Die entsprechenden Anforderungen an die Unternehmen steigen.

4. Andere Vertriebskanäle

Die Konzerne intensivieren das D2C-Business, und vor allem die neuen Anbieter setzen stark darauf. Händler werden also ihren Nutzen für die Hersteller noch stärker herausarbeiten müssen. Brick&Mortar-Geschäfte werden stärker zu erlebnis- und serviceorientierten Elementen eines Omnichannel-Angebots.

5. Lieferketten-Probleme bleiben

Auch 2022 bleibt die «Supply Chain» das grosse Thema. Auf der Gegenseite ist «Next day delivery» eine eifriger eingesetzte Waffe der Unternehmen.
  • McKinsey & Company: «Sporting goods 2022: The new normal is here», Report, Januar 2022.


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