Die Grafik: So rund läuft das Geschäft der Sportartikel-Riesen

Ob Händler, ob Hersteller: Fast alle Player konnten ihre Verkäufe zuletzt massiv steigern.

25.07.2022
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Der Sportartikel-Markt hat von der Pandemie profitiert. Eine Zahl dazu: Das spanische Fachportal «Modaes» hat die Umsätze der grössten Sportartikel-Konzerne 2021 zusammengefasst – und da zeigte sich, dass Nike und Adidas beziehungsweise Intersport und Footlocker & Co gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent zulegten.
War das nicht einfach eine Erholung nach dem Covid- und Supply-Chain-Schock von 2020? Gewiss. Doch auch verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 liegen die Zahlen um knapp 30 Prozent höher.
Was zeigt, dass der Sportartikel-Markt auf den alten Wachstumspfad zurückgekehrt ist.
Rund 140 Milliarden Dollar setzten die 11 Grössten der Branche im vergangenen Jahr um – sie beanspruchten also knapp die Hälfte des globalen Sportartikel-Marktes von etwa 300 Milliarden Dollar.

Unser Chart vermischt Hersteller (die auch selber verkaufen) wie Nike und Adidas mit Händlern (die teils Eigenmarken haben) wie Decathlon und Intersport. Damit stellt er die grossen Namen der Branche für einmal zueinander in ein Verhältnis.
Es gibt auch Grenzfälle wie Lululemon: Die kanadische Yoga-Wear-Firma befindet sich eigentlich in einem Spezialbereich. Nicht berücksichtigt wurde die VF Corporation (Umsatz 2021: 11 Milliarden Dollar), da sie primär Outdoor-Marken führt.
Eine Studie der Beratungsfirma McKinsey kam Anfang dieses Jahres zum Schluss, dass wir bis 2025 mit einem jährlichen Wachstum des globalen Sportswear-Marktes von 8 bis 10 Prozent rechnen können. Womit sich das Marktvolumen auf etwa 400 Milliarden Dollar erhöhen würde.
Fürs Jahr 2022 sichtete McKinsey fünf Themen, welche die Branche besonders bewegen werden:

1. Veränderte Ansprüche der Kundschaft.

Höheres Gesundheitsbewusstsein und ein Trend zu gemeinschaftlichen digitalen Aktivitäten.

2. Social Selling

Verkauf über Social Media wird wichtiger. Auch werde der Livestreaming-Trend weiter an Bedeutung gewinnen. Und: Die Sportartikelbranche kommt im Metaverse an.

3. Zwang zur Nachhaltigkeit

Pandemie und Klimakrise schärfen das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Die entsprechenden Anforderungen an die Unternehmen steigen.

4. Andere Vertriebskanäle

Die Konzerne intensivieren das D2C-Business, und vor allem die neuen Anbieter setzen stark darauf. Händler werden also ihren Nutzen für die Hersteller noch stärker herausarbeiten müssen. Brick&Mortar-Geschäfte werden stärker zu erlebnis- und serviceorientierten Elementen eines Omnichannel-Angebots.

5. Lieferketten-Probleme bleiben

Auch 2022 bleibt die «Supply Chain» das grosse Thema. Auf der Gegenseite ist «Next day delivery» eine eifriger eingesetzte Waffe der Unternehmen.
  • McKinsey & Company: «Sporting goods 2022: The new normal is here», Report, Januar 2022.

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