Neuer Präsident für Handel Schweiz

Rudolf O. Schmid löst nach neun Jahren Jean-Marc Probst an der Spitze des Dachverbandes ab.

5.07.2022
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Stabsübergabe an der GV: Jean-Marc Probst überlässt nach der Wahl das Podium Rudolf O. Schmid (r.)  |  Bild: Handel Schweiz / Screenshot Youtube.
  • handel
Die Generalversammlung von Handel Schweiz hat Rudolf O. Schmid ohne Gegenstimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Schmid löst damit Jean-Marc Probst an der Spitze des Dachverbandes ab.
Probst hatte das Amt seit 2013 inne; Rudolf O. Schmid war zuvor seit 1988 Vizepräsident von Handel Schweiz. Als junger Händler aus dem Agrarhandel stammend, wurde er früh in den Vorstand beziehungsweise in den leitenden Ausschuss von Handel Schweiz gewählt.
Der Dachverband Handel Schweiz fasst 33 Branchenverbände mit insgesamt 4’000 Unternehmen zusammen. Mit dabei sind beispielsweise Auto-Schweiz, die Interessengemeinschaft der Käse-Importeure, die CASIC, der Spielwaren-Verband, die Swiss Retail Federation oder der Verband Schweizerischer Schuhgrossisten.
Laut eigenen Angaben beschäftigen die indirekt angeschlossenen Firmen rund 680'000 Personen.

Esimag, Airport Taxi, Lüchinger & Schmid

Rudolf O. Schmid ist ausgebildeter Jurist und unter anderem Präsident der Immobilienfirma Esimag sowie Präsident der Airport Taxi AG in Kloten. Er war zuvor langjähriger Inhaber des Eier-Spezialisten Lüchinger + Schmid.
Porträt-Video von Handel Schweiz
Die Handelsunternehmen seien heute einem noch stärkeren Druck ausgesetzt, erklärte er nach seiner Wahl. Der Ukrainekrieg wie auch die wirtschaftliche Situation hinterliessen deutliche Spuren im Handel. Die unterbrochenen Lieferketten für elektronische Komponenten oder Baustoffe sorgten für Stillstand in Unternehmen und Branchen. So wurden Kabelbäume bis vor kurzem in der Ukraine hergestellt. Ihr Fehlen führe zu Produktionsstopps in Autofabriken. Auch Winterpneus seien Mangelware.
Daher brauche es neue Ansätze im globalen Handel – insbesondere diversifizierte Lieferketten: «Die bisherigen Ansätze in der Globalisierung haben zu Übertreibungen geführt», so Schmid: «Produzenten und Handelsunternehmen haben die Lieferrisiken unterschätzt. Inzwischen ist klar geworden, dass Single Sourcing – die Einkäufe an einem Ort zu tätigen – keine gute Lösung ist.»
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