Idee des Tages: Der Anti-Inflations-Knopf im Online-Handel

Frankreichs Retail-Riese Carrefour inszeniert sich mit immer neuen Ideen als Inflations-Ritter.

10.11.2022
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Carrefour führt in seinem Online-Supermarkt ein neues Tool ein: der «bouton anti-inflation». Wer ein Produkt wählt, das es in allerlei Variationen und Marken gibt, bekommt untendran noch einen Zusatz-Knopf: «Trouver moins cher». Wer ihn anklickt, bekommt günstigere und zugleich passende Alternativen geboten.
Das ist vorerst für den französischen Markt vorgesehen und noch nicht aktiv. Aber Carrefour-CEO Alexandre Bompard bestätigte den «Bouton» gegenüber der Zeitung «Le Parisien».  «Wenn Sie sich online für ein Produkt entscheiden, wird Ihnen ein gleichwertiges Produkt zu einem tieferen Preis angeboten. Wir beginnen mit 8'000 Artikeln.»

«Anti-Inflations-Challenge»

Im Hintergrund steht, dass sich Carrefour ohnehin schon stark hervortut mit Ideen gegen die Inflation. Oder anders: Der Konzern versteht die Zeit der Teuerung als Zeit der Chancen.
Er baut – wie andere auch – seine Discount-Formate und Eigenmarken aus. Und vor allem macht er ein regelrechtes Inflations-Marketing. In teuerungsgeplagten Märkten wie Frankreich, Belgien oder Spanien rollte der Detailhandelsriese in den letzten Monaten eine Aktion nach der anderen aus, um der Bevölkerung gegen die steigenden Lebenshaltungskosten zu helfen.
Anfang Juni begann im Heimatland die Aktion «Prix serré»: Carrefour versprach, dass 200 Güter landesweit bei keinem anderen Anbieter billiger erhältlich sein werden. Die Aktion gilt für 150 Produkte in ganz Frankreich – aber 50 dieser Superpreis-Waren sind regional verschieden.
Ebenfalls im Juni begann der «défi anti-inflation» (was sich als «Anti-Inflations-Challenge» übersetzen liesse). Hier stellte Carrefour in seinen Supermärkten Pakete mit jeweils 30 Gütern des täglichen Bedarfs an den Eingang – zum Preis von 30 Euro pro Paket. Darin versammelte sich eine interessante Auswahl an Produkten, deren Preis jeweils unter 1 Euro oder maximal bei 2 Euro lagen; von Puderzucker bis Ohrenstäbchen.

Weniger Verschwendung = weniger Teuerung

Im Juli folgte die nächste Idee: Gemeinsam mit dem NGO «Nous Anti-Gaspi» stellt Carrefour nun Gemüse, Früchte und andere landwirtschaftliche Produkte wie Käse und Eier ins Regal, die nicht ganz perfekt sind. Sie widersprechen gewissen Grössen-, Formen- oder Frischenormen: «Weniger hübsch, aber immer noch gut», so das Motto.
Die Angebote sind um 20 Prozent günstiger als der Normalpreis, was – wie Carrefour betont– ein Beitrag sein soll «pour soutenir le pouvoir d’achat de ses clients». Also um die Kaufkraft zu erhalten.
Und Ende August folgte dann das Versprechen, die Preise von 100 Produkten für 100 Tage einzufrieren. Sie läuft Ende November aus – es wird interessant sein zu verfolgen, in welche Weihnachts-Inflations-Aktion sie überführt wird.


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