Idee: Keine Mehrwertsteuer mehr auf Früchte und Gemüse

Das Umweltbundesamt in Deutschland will eine Verschiebung: Höhere Steuern auf Fleisch, keine auf pflanzlichen Food.

9.06.2022
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shallow focus photography of cherry fruits von: Neha Deshmukh on Unsplash
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Was tun gegen die Inflation? Und was tun für den Klimaschutz? Das deutsche Umweltbundesamt  legt nun ein Paket vor, mit dem man beide Ziele gleichzeitig verfolgen könnte.
Danach sollen pflanzliche Grundnahrungsmittel wie Früchte, Gemüse oder Getreideerzeugnisse vollständig von der Mehrwertsteuer befreit werden. Auf der anderen Seite soll Schluss sein mit der Unterstützung gewisser umweltschädlicher Produkte durch tiefere Sonder-Sätze bei der Mehrwertsteuer. Zum Beispiel von Fleisch.
 «In Deutschland gehen zwei Drittel der Treibhausgasemissionen unserer Ernährung auf den Konsum von Fleisch, Wurst und Milchprodukten zurück», erklärt dazu der Präsident der Behörde, Dirk Messner: «Wenn wir weniger tierische Produkte verzehren, hilft das direkt dem Klima.»

Ärmere profitierten speziell

 Eine Mehrwertsteuer-Befreiung bei pflanzlicher Nahrung würde die deutschen Haushalte um rund 4 Milliarden Euro jährlich entlasten, schätzt das Amt. Dabei würden Menschen mit niedrigen Einkommen relativ am stärksten profitieren.
Die höhere Besteuerung beim Fleisch sollte etwas verzögert erfolgen, so die Idee weiter: Damit liesse sich die aktuelle Inflationsdynamik effizienter durch die Steuersenkung bei pflanzlichen Produkten bremsen.

Dasselbe bei der Energie

 Die Idee einer ausgeprägteren Klimaschutz-Lenkung der Mehrwertsteuer möchte das Umweltbundesamt auch in anderen Bereichen einsetzen.  So sollen Solaranlagen ebenfalls von der Mehrwertsteuer befreit werden; Heizungsoptimierungen sowie Reparaturen sollen von einem ermässigten Steuersatz profitieren; und der ÖV soll ganz befreit werden.
 Auch in der Schweiz werden pflanzliche Lebensmittel einerseits, Fisch- und Fleischprodukte andererseits nach dem gleichen – reduzierten – MwSt-Satz belastet.
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