Die Kundschaft tritt bei Non-Food-Ausgaben auf die Bremse

Die Preise steigen steiler. Das hat Folgen: Selbst in der Schweiz suchen jetzt viele Leute nach neuen Einkaufs-Strategien.

25.05.2022
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woman standing selecting clothes von: Cam Morin on Unsplash
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Die Kauflaune ist auch in der Schweiz getrübt. Dies bestätigt jetzt auch eine repräsentative Umfrage, welche die Consulting-Firma PwC (beziehungsweise deren Beratungsarm Strategy&) durchgeführt hat. Danach sind 59 Prozent der Konsumentinnen wegen den aktuellen Preissteigerungen «besorgt» oder «sehr besorgt».
Eine Folge: Um die steigenden Lebenshaltungs-Kosten zu kompensieren, sucht die Kundschaft vermehrt nach günstigen Produkten; oder sie verzichtet teils vollständig auf Einkäufe, die nicht notwendig sind.
44 Prozent der Schweizer Konsumenten und Konsumentinnen geben an, dass geplante Ausgaben für Reisen und Gastronomie nun ihre Ausgaben für andere Konsumgüter beeinflussen. Betroffen sind speziell langlebige Produkte, etwa Beispiel Möbel oder bestimmte Elektronikartikel.
Quelle: Strategy&/Pwc, «Konsumentenbefragung Schweiz – Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Non-Food-Branche», Mai 2022.
«Auch bei Bekleidung, Schmuck und Schuhen erwarten wir deutliche Zurückhaltung, eine Beschränkung auf das Notwendige und ein Umschwenken auf günstigere Produkte und Marken», sagt Andreas Späne, Partner bei Strategy&.
Vor allem bei elektronischen Geräten wie Laptops oder Smartphones und bei Sportartikeln wie Fahrrädern stellen die Befragten sehr starke Preissteigerungen fest. Stark verteuert hätten sich auch Möbel oder Gesundheits- und Beauty-Produkte, so die Wahrnehmung.

Neue Taktiken beim Kleiderkauf

Im Modesektor erwarten bereits 43 Prozent der Befragten einen Preisanstieg. Die Konsequenzen daraus:
  • 23 Prozent sagen aus, Bekleidung und Schuhe online zu kaufen und Hilfsmittel wie Preisvergleichsportale zu nutzen.
  • Ebenfalls 23 Prozent suchen laut eigenen Angaben im stationären Handel nach günstigen Produkten.
  • 24 Prozent bekunden, dass sie nach Sonderangeboten und preisreduzierten Waren suchen.
  • Ein Fünftel der Befragten entscheidet sich bewusst für günstigere Alternativen zu grossen Marken.
  • 17 Prozent wiederum setzen eher auf Qualität als Quantität und kaufen weniger, dafür hochwertigere Kleider und Schuhe (selbst wenn die teurer sind).
Ebenfalls vorsichtig ist die Tendenz bei Uhren und Schmuck: Knapp ein Drittel der von Strategy&/PWC befragten Konsumenten vertagt hier die Anschaffung. Das gleiche gilt für Möbel und Elektrogeräte sowie Sportartikel.
In der Kategorie Gesundheit und Beauty kaufen 22 Prozent der Befragten vermehrt Aktions-Produkte oder wählen günstigere Alternativen statt Markenprodukte.

Second-Hand wird wichtiger

«Das wachsende Bewusstsein für den eigenen Konsum zeigt sich insbesondere in der jungen Zielgruppe», sagt Sebastian di Paola, Partner Advisory bei PwC Schweiz: «Trotz Teuerungen sind für 31 Prozent der 18- bis 24-Jährigen Nachhaltigkeitsaspekte weiterhin Teil der Kaufentscheidung. Während aktuell erst 15 Prozent aller Befragten mehr Second-Hand-Produkte im Bereich Bekleidung und Schuhe kaufen wollen, könnte dieses Segment für jüngere Zielgruppen künftig eine grössere Rolle spielen.»
Sollte die Preisspirale weiter drehen, dann wollen knapp vier von zehn Personen ihre Ausgaben in sämtlichen Produktekategorien senken, so eine weitere Aussage der Erhebung. Und ein Drittel (31 Prozent) will auf günstigere Alternativen umsteigen.
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