Mentos & Chupa Chups fusionieren mit Trident & Stimorol

Mondelez International verkauft einen Hauptteil seines Kaugummi-Geschäfts an Perfetti Van Melle. Die Hintergründe.

20.12.2022
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Kaugummi: Wieder mal auf dem Weg von USA nach Europa. Bild: Karsten Winegeart on Unsplash von: on Unsplash
Mondelez International tritt einen grossen Teil seines Kaugummi-Business an Perfetti Van Melle ab. Konkret werden die Geschäfte in Nordamerika und Europa verkauft; dies betrifft die Marken Trident, Dentyne, Stimorol, Hollywood, V6, Chiclets, Bubbaloo and Bubblicious, ferner die europäischen Bonbon-Marken Cachou Lajaunie, Negro und La Vosgienne.
Der italienisch-niederländische Konzern bezahlt dafür 1,35 Milliarden Dollar; er übernimmt damit neben den Markenrechten auch zwei Werke in den USA und Polen. Der Preis entspreche 15mal dem erwarteten Betriebsgewinn (Ebitda) dieses Jahres.

2,5 Milliarden Euro Umsatz

Perfetti Van Melle hat seinen Schwerpunkt im Süsswaren-Bereich: Zum Konzern mit Sitz in Lainate bei Mailand gehören unter anderem die Marken Mentos, Chupa Chups, Alpenliebe sowie zahlreiche Kaugummi-Marken in 17 Ländern (Vigorsol, Vivident, Chlormint Kaugummi, Happydent). Damit erreichte Perfetti Van Melle im letzten Jahr einen Umsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro.
Das Unternehmen beschäftigt rund 18'000 Personen, in der Schweiz werden seine Produkte durch die Egli AG in Effretikon vertrieben.
Eine Ausnahme: Mondelez tritt die Markenrechte für Frankreich nicht ab. Weiter im Portfolio bleiben auch alle Märkte ausserhalb von Europa, Kanada und den USA.

Noch zu haben: Halls

Dass es dieses Geschäft abstossen will, hatte Mondelez schon Mitte Mai bekannt gegeben. Weiterhin zum Verkauf stehen die Anti-Kratz-Bonbons Halls.
«Mondelez International baut sein Portfolio um, mit der langfristigen Vision, das Wachstum zu steigern und 90 Prozent des Umsatzes mit Schokolade und Keksen – inklusive Backwaren-Snacks – zu erzielen»: So erklärte der Nahrungsmittelkonzern aus Illinois, weshalb er sein Snack-Portfolio noch weiter zuspitzen will.

Kaugummis & Snacks & Covid

Das Geschäft mit Kaugummis und Halswehtabletten kam ins Visier, nachdem es in den letzten zwei Jahren einen massiven Rückschlag erlitten hatte: Lockdowns und der Trend zum Homeoffice liessen die Verkäufe von Kaugummis einbrechen. Und in Zeiten von Masken waren auch Halsweh-Lutscher weniger gefragt.
Inzwischen erholte sich der Absatz solcher Kiosk-Produkte zwar wieder, er erreichte aber nicht das Vor-Krisen-Niveau. Ohnehin war der Kaugummi-Markt schon seit Jahren eher unter Druck.
Der Hersteller von Marken wie Toblerone, Oreos, Milka und Cadbury profitierte derweil mit seinen anderen Produkten von der Pandemie: Süsswaren wurden in jenen trostlosen Zeiten stärker nachgefragt, die Verkäufe strebten klar nach oben. Und so erzielte Mondelez im letzten Geschäftsjahr 2021 einen soliden Anstieg der Umsätze um 8 Prozent auf 28,7 Milliarden Dollar.
Die erzwungene Gewichtsverschiebung – weg vom Kaugummi, hin zum Snack – soll nun fortgeführt werden, hier wittert das Team um Dirk Van de Put die grösseren Wachstumschancen. Letztes Jahr übernahm Mondelez International die Gebäckfirma Chipita sowie die mexikanische Candy-Firma Ricolino.
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