Migros Zürich: Durchschnittslohn bei 61'300 Franken

Die umsatzstärkste Migros-Genossenschaft wies letztes Jahr einen kleinen Verlust aus. Wie schon 2020.

30.05.2022
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Wird bis 2023 umgebaut: Migros-Zürich-Bürohochhaus und Logistikzentrum Herdern | PD
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Der ganz grosse Rahmen ist seit Januar bekannt: Die Migros Zürich erzielte im letzten Jahr einen leicht rückläufigen Umsatz; insgesamt sanken die Verkäufe um 1,2 Prozent auf 4,07 Milliarden Franken. Dies war bei den Supermärkten (-1,7 Prozent) insbesondere die Folge von Preissenkungen, während die Alnatura-Geschäfte (+13 Prozent) deutlich zulegen und sich die Fachmärkte (-0,2 Prozent) halten konnten. Klar war auch, dass die Corona- und Lockdown-Schranken da hineinspielten.
Jetzt hat die Migros Genossenschaft Zürich den gesamten Jahresbericht 2021 vorgelegt. Dazu 4 Punkte:
Rote Zahlen. Der Bericht zeigt, wie harzig 2021 für die umsatzstärkste Migros-Genossenschaft war: Im M-Kerngeschäft mit Detailhandel, Grosshandel, Gastronomie setzte es einen Jahresverlust von 85,1 Millionen Franken. Die gesamte Gruppe – inklusive Töchtern wie dem deutschen Detailhändler Tegut oder den «Molino»-Pizzerien – wies ein Defizit von 69,4 Millionen Franken aus.
Bereits im Vorjahr 2020 hatte die Migros Zürich ein leichtes Minus im Kerngeschäft vermeldet (–0,2 Millionen Franken). All das erklärt sich teils mit Preissenkungen, teils mit Covid-Problemen.
Zum Vergleich: In der Schweiz stiegen die Detailhandelsumsätze 2021 insgesamt um 4,2 Prozent, hauptsächlich im Non-Food-Bereich und im E-Commerce; die Schweizer Food-Umsätze blieben in etwa stabil.
«Die Pandemie hat sich eindeutig negativ auf unser Ergebnis ausgewirkt», lässt sich Jörg Blunschi zitieren, der Geschäftsleiter von Migros Zürich. «Sie hat aufgezeigt, dass aus Stärken plötzlich Risiken werden können.»

2017
2018
2019
2020
2021
Nettoumsatz
2506
2570
2588
2642
2599
Ebit
26.0
49.1
–141.2
–18.7
–61.4
Jahresergebnis
22.5
51.5
1.8
–0.2
–85.4
Anzahl Mitarbeiter
8977
9157
9076
9058
9103
Kennzahlen der Migros Genossenschaft Zürich (Einzelabschluss)
Allerdings: Die Gewinntendenz zeigt schon seit längerem abwärts. Im Vor-Corona-Jahr 2019 hatte das Unternehmensergebnis 1,8 Millionen Franken betragen (was gerade mal 0,1 Prozent des Nettoumsatzes entsprach); 2018 betrug der Wert 51,5 Millionen Franken, 2017 war er bei 22,5 Millionen gelegen.
Die Migros Zürich gab weniger fürs Personal aus. In einer längeren Perspektive wirkt der Personalaufwand pro Vollzeitstelle bei Migros Zürich recht stabil: Von 2017 bis 2021 sank er minim – um 0,8 Prozent. Letztes Jahr erreichten die Aufwände pro Stelle 77'519 Franken.
Gegenüber dem direkten Vorjahr 2020 bedeutete dies allerdings einen deutlichen Rückgang; das mag erstaunen, da die Bruttolohnsumme Anfang 2021 doch um 0,5 Prozent erhöht worden war. Aber der Rückgang erklärt sich mit sogenannten Basiseffekten: 2020 leistete das Unternehmen eine hohe Einlage in die Arbeitgeberbeitrags-Reserve. Und damals liessen auch einige Angestellte mit Migros-Unterstützung frühpensionieren.
Kommt hinzu, dass auch 2021 Kurzarbeits-Entschädigungen beansprucht werden konnten. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 hatte der Aufwand pro Vollstelle noch 82'500 Franken betragen.
Für Löhne und Gehälter gab die Migros Zürich im letzten Jahr 370 Millionen Franken aus – knapp eine Million weniger als 2020. Eine Rolle spielte dabei offenbar, dass die Migros-Klubschulen wegen der Lockdowns weniger Kursleiter beschäftigten.
Misst man es am durchschnittlichen Personalbestand von 2021, so gab es im Schnitt 61'300 Franken Jahreslohn pro Vollzeitstelle. Und auf jede Person – inklusive Lernende oder Teilzeitbeschäftigte – entfielen 40'700 Franken.
Insgesamt stieg die Mitarbeiterzahl der Zürcher Migros von 9'058 auf 9'103 Personen; und die Stellenzahl (FTE) legte von 6'022 ein bisschen auf 6'040 zu. «Die Schaffung der zusätzlichen Arbeitsplätze ist auf die Eröffnung neuer Filialen zurückzuführen», erklärt der Geschäftsbericht dazu.
«Bereits zeigen sich deutliche Preissteigerungen und Engpässe bei der Beschaffung von Investitionsgütern.»
Pläne und Aussichten. Migros Zürich will 2022 zwischen 100 und 130 Millionen investieren; dies hängt auch davon ab, ob es mit Bewilligungen klappt. Neben neuen Filialen werden der Brunaupark in Zürich und die M-Standorte in Thalwil, Kloten und Oberengstringen umfassend revitalisiert.
Als bedeutende Investitionen nennt der Jahresbericht ferner die letzte Etappe bei der Erweiterung der Logistikplattform sowie die Sanierung des Bürohochhauses am Hauptsitz.
Äusserungen zur erwarteten Gewinnsituation macht der Bericht nicht: Die Lage sei schwierig einzuschätzen; die Preisoffensive bleibe ein Schwerpunkt. Aber: «Inwieweit die geplanten Preissenkungen auf dem Migros-Sortiment durch gegenläufige Einflüsse in der Warenbeschaffung, insbesondere aufgrund des Ukraine-Konflikts, beeinflusst werden, ist aktuell nur schwer abschätzbar. Bereits zeigen sich deutliche Preissteigerungen und Engpässe bei der Beschaffung von Investitionsgütern, welche für Um- und Neubauten unseres Verkaufsstellennetzes benötigt werden.»
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